Streit beigelegt – Löcknitzhalle wird fertig saniert

Seit nunmehr fast zehn Jahren präsentiert sich die Löcknitzhalle auf dem Löcknitzcampus Grünheide in einem tristen grauen Kleid. Unfertig steht sie da, und manch einer hat sich vielleicht sogar daran gewöhnt, fragt sich gar nicht mehr, warum das so ist. Nun aber umsäumt ein Gerüst die Sportstätte und zeugt von der Beendigung einer seit 2015 ausgetragenen gerichtlichen Auseinandersetzung.

Zur Erklärung hier ein Blick in die Vergangenheit: Die 2002 eröffnete Mehrzweckhalle hatte schon nach wenigen Jahren Sanierungsbedarf. Teile der Fassade hatten 2014 sich gelöst, waren abgebrochen und aus mehreren Metern Höhe in die Tiefe gestürzt. Für ein öffentlich zugängliches Gelände, noch dazu ein Schulgelände alles andere als ein auf die leichte Schulter zu nehmendes Problem – die Halle wurde eingezäunt und 2015 mit der Reparatur begonnen. Der Betrieb war aber weiterhin möglich.

Was war 2014/15 vorgefallen?

Mitten im Baugeschehen hat die Gemeinde die Arbeiten gestoppt. Die bau-ausführende Firma hatte sich nicht an die Ausschreibung gehalten und begonnen, ein anderes Wärme-Verbund-System als vereinbart zu verwenden. Knackpunkt war eine nicht fachgerechte Verdübelung der Fassade. Die Gemeinde lehnte es ab, Rechnungen zu begleichen, worauf die Firma mit einer Klage antwortete. Die Gemeinde wiederum kündigte der Firma den Auftrag. Gutachter um Gutachter wurden eingeschaltet, lange Mängellisten erstellt. Die Fronten verhärteten sich, es ging es ständig hin und her und vor Gericht. Fakt ist, die Gemeinde monierte – gestützt von diversen Gutachten – nicht nur das veränderte Wärme-Verbund-System, sondern auch das Fehlen von Dehnungsfugen und des Abschlussprofils am Sockel sowie zu schmale Fensterbänke.

Beide Parteien haben einen Vergleich geschlossen

Nun, im Frühjahr 2024, haben sich beide Parteien letztlich auf einen Vergleich geeinigt. Für die Veränderungen in der Bauausführung der Fassade liegt jetzt laut Bauamts-Mitarbeiter Marco Baur eine Genehmigung vor. Es ist nun genau festgelegt, welche Arbeiten in den kommenden Wochen ausgeführt werden, um die Sanierung zu einem Ende zu bringen. Alle Anschlüsse zum Dach und den Türen sollen regelgerecht hergestellt, die Dehnungsfugen eingearbeitet und die Abschlussleisten zum Sockel hin angebracht werden. Zudem werden die Fensterbretter in erforderlichem Maß erneuert. Dann werde die Fassade neu armiert und mit einem Edelputz versehen. „Wir rechen damit, dass die Arbeiten über den Sommer laufen und zum neuen Schuljahr abgeschlossen werden können“, sagt Baur. Inhalt des Vergleichs sei, dass die Firma die Arbeiten nun ausführe und die Gemeinde dann die ausstehenden Rechnungen begleiche. „Aus dem Jahr 2015 stehen dafür 109.000 Euro aus und liegen entsprechend bereit.“ Zuzüglich ein paar Änderungen – im Sockelbereich werden Betonplatten statt Kieselsteine verwendet – werde die Sanierung final 132.000 Euro kosten.

Erst Sanierung, dann Anbau: Vor die Front soll im kommenden Jahr die Hallenerweiterung gesetzt werden. Foto: Anke Beißer
Erst Sanierung, dann Anbau: Vor die Front soll im kommenden Jahr die Hallenerweiterung gesetzt werden. Foto: Anke Beißer

Baubeginn für Anbau im Frühling 2025 angepeilt

Aber wie wirkt sich das auf den geplanten Anbau der Halle aus? Im Sinne des Verfahrens ist es laut Marco Baur wichtig, dass die Sanierung abgeschlossen ist, bevor das neue Projekt gestartet wird. Der neue, eingeschossige Baukörper werde eigenständig sein und an die Fassade angedockt. Die ragt über den künftigen Anbau hinaus und sei somit nicht umsonst. Die Türen und Fenster, die dann innenliegend sind und überflüssig werden, seien kein Verlust. „Sie sind seit 2002 drin, müssen ohnehin schon ständig repariert werden und fliegen raus.“ Was den Bauablauf anbelangt, so hat Baur Mitte Mai die Planungsleistung ausgeschrieben und hofft, im Juni ein Büro unter Vertrag nehmen zu können. Im September soll der Entwurf dann den Weg durch die Gremien der neuen Gemeindevertretung nehmen, damit Ende September der Bauantrag gestellt werden kann. „Wenn alles glatt läuft, können wir im Frühjahr 2025 anfangen zu bauen.“ (Anke Beißer)