Tartanbahn, LED, Buswartehäuschen und mehr – wo der Tiefbau 2026 Hand anlegt

Der Haushaltsplan der Gemeinde ist nicht nur ein überaus umfangreiches Zahlenwerk, er ist zugleich die Richtschnur, welche Projekte im laufenden Jahr umgesetzt werden sollen, für welche das Geld bereit liegt. Zu den Investitionen gehört 2026 nicht nur der Erwerb der neuen Grundschulfiliale samt Grundstück und Ausstattung in Hangelsberg (rund 30 Millionen Euro) sowie die mit dem neuen Verkehrshalt Fangschleuse in Zusammenhang stehenden baulichen Anlagen in kommunaler Hoheit – wie Vorplatz, Parkplätze und Bushahnhof (knapp 9 Millionen Euro) -, sondern auch eine Vielzahl vergleichsweise kleinerer, aber ebenso wichtiger Maßnahmen. Zum Beispiel im Tiefbau-Ressort.

Hierbei stechen vom Finanzrahmen folgende Vorhaben heraus:
Der Ausbau der Fontane- und Humboldtstraße in Hangelberg ist mit 550.000 Euro im Etat gelistet. Allerdings ist noch nicht sicher, ob er sich mit der geplanten Summe umsetzen lässt. Die Submission steht für den 22. April im Kalender. Ist sie erfolgreich, könne der Auftrag ausgelöst und voraussichtlich ab Juni gebaut werden, sagt Bettina von Jutrzenka, im Rathaus für den Tiefbau zuständig. „Findet sich keine Firma, wird das Projekt zu teuer, muss die Ausschreibung aufgehoben werden.“

Mit 650.000 Euro steht die Position Sportplatz in Hangelsberg im Etat. Für ihn ist eine Tartanbahn geplant. Zudem soll in dem Zuge noch ein Spielsegment – Fläche für Anlauf Weitsprunggrube, Kugelstoßen, Basketballkörbe – erneuert und ebenfalls mit einem Kunststoffbelag versehen werden. Beide wurden „zu DDR-Zeiten als unbefestigte Anlagen errichtet und entsprechen nicht mehr den gängigen Standards“, heißt es in der Begründung zum Beschluss, den die Gemeindevertreter auf ihrer März-Sitzung einstimmig gefasst haben. Durch den Schulneubau im Ortsteil Hangelsberg und die damit steigende Anzahl von Nutzern sei die Sanierung nunmehr dringend notwendig. Dafür wurde seitens der Verwaltung inzwischen beim Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen aus dem Förderprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ (umgangssprachlich „Sportmilliarde“) ein Zuschuss in Höhe von 45 Prozent beantragt. Laut der Ankündigung soll sich der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages im April mit der Auswahl der zu fördernden Projekte befassen.

Aufgeführt ist in dem Zahlenwerk auch die Planung und der Bau einer Bushaltestelle an der Puschkinstraße in Kienbaum nahe der Kreuzung Kageler Weg. Die Gemeinde wollte die bestehende Haltestelle in der Puschkinstraße hierher versetzen und zudem eine Querungshilfe für Fußgänger bauen. Das Vorhaben ist mit 440.000 Euro im Haushalt vermerkt. Allerdings hat, wie es aus dem Tiefbauamt heißt, der Landesbetrieb für Straßenwesen dem Vorhaben nicht zu gestimmt. Deshalb sei es erst einmal zurückgestellt.

Weiter Vorhaben sind:
Straßenlicht

100.000 Euro liegen für die Erweiterung der Straßenbeleuchtung bereit.

  • 14 LED-Lampen sollen in Zusammenarbeit mit der Edis in der Straße Am Anger installiert werden und 3 weitere an der Festwiese Am Anger. Die Arbeiten hierfür haben Anfang April begonnen. Die alten Laternen werden entsorgt.
  • 2 LED-Lampen kommen in der Walter-Rathenau-Straße (Grünheide) in Höhe der Kita Regenbogen.
  • 5 LED Am Feldweg (Spreeau)
  • 14 LED am Kiefernweg (Kagel)
Neues Licht: In Hangelsberg sind die Straße Am Anger und die Festwiese mit der Umrüstung auf LED an der Reihe. Foto: Anke Beißer
Neues Licht: In Hangelsberg sind die Straße Am Anger und die Festwiese mit der Umrüstung auf LED an der Reihe. Foto: Anke Beißer

Radwege

  • Der neue Verkehrshalt Fangschleuse soll durch mehrere Radwege angebunden werden. Hierfür kümmert sich die Gemeinde um einige Teilaufgaben. Für die Anbindung an Gottesbrück (baut der Landkreis Oder-Spree), der beleuchtet (kein Dauerlicht, über Bewegungsmelder) werden soll, lässt die Kommune einen Stromanschluss errichten.
  • Für den Radweg, der über die derzeitige Baustraße (nördlich parallel zur Bahntrasse) führen wird, lässt die Gemeinde die Beleuchtung installieren. Das Geld ist geplant, gebaut wird aber möglicherweise erst Anfang 2027, weil die Bahn die Straße vorher noch als Zuweg zur Baustelle benötigt.
  • Der Radweg östliche der Autobahn zwischen dem Tesla-Radweg und dem neuen Verkehrshalt liegt zwar in den Händen der Autobahn GmbH. Es gibt aber einen Vertrag mit dem Unternehmen, dass die Planung für das Teilstück über die Gemeinde laufen soll, bezahlt wird sie durch den Landkreis.
  • Für Geh- und Radweg Finkensteiner Weg in Finkenstein (Kagel-Möllensee) wurden laut dem Tiefbauamt im Ortsbeirat Kagel im Herbst 2025 zwei Varianten der Umsetzung vorgestellt. Allerdings habe sich das Gremien nicht entscheiden könne. Deshalb behalte das Vorhaben zwar seine Priorität, wird aber vorerst nicht weiter vorangetrieben.

Bushaltestellen

Am Ortsrand von Spreetal (Hangelsberg), aus Richtung Wulkow kommend, zeugt bereits ein gepflasterte Fläche von dem auf Vordermann gebrachten Haltepunkt. Ein neues Buswartehäuschen wird die Anlage komplettieren.

Abschied vom unbefestigten Zustand: Die Bushaltestelle Spreetal (aus Richtung Wulkow) kann jetzt trockenen Fußes benutzt werden. Foto: Anke Beißer
Abschied vom unbefestigten Zustand: Die Bushaltestelle Spreetal (aus Richtung Wulkow) kann jetzt trockenen Fußes benutzt werden. Foto: Anke Beißer

Die Haltestelle nahe dem Ärztehaus Hangelsberg (Berliner Landstraße) ist aktuell noch ein Provisorium. Sie soll nach dem Vorbild der Haltestelle am Unsal, nur ohne Querungshilfe ausgebaut werden. Letzte ist nicht erforderlich, da es der Stelle eine Bedarfsampel für Fußgänger gibt. Für diese Vorhaben soll 2026 die Planung erfolgen und – bestenfalls – die Genehmigung durch den Landesbetrieb für Straßenwesen über die Bühne gehen, damit 2027 gebaut werden kann.

Provisorium soll verschwinden: Der Bau der Bushaltestelle in Höhe Ärztehaus in Hangelsberg soll 2026 geplant und 2027 umgesetzt werden. Foto: Anke Beißer
Provisorium soll verschwinden: Der Bau der Bushaltestelle in Höhe Ärztehaus in Hangelsberg soll 2026 geplant und 2027 umgesetzt werden. Foto: Anke Beißer

Mit dem vorschreitenden Bau am alten Bahnhof Fangschleuse haben die drei Buswartehäuschen auf der südliche Seite perspektivisch ihre Funktion verloren. Sie wurden kürzlich abgebaut und dienen als Ersatz für die hölzernen Unterstände an den Haltepunkten Waldpromenade, Rosenberg und Altbuchhorts – jeweils der Zustieg aus Fahrtrichtung Altbuchhorst nach Grünheide. (Anke Beißer)

Ersatz: Das hölzerne Buswartehäuschen in Höhe Waldpromenade (Grünheide/Altbuchhorst) wird gegen eines vom Bahnhof Fangschleuse (rechts) ausgetauscht. Fotos/Montage: Anke Beißer
Ersatz: Das hölzerne Buswartehäuschen in Höhe Waldpromenade (Grünheide/Altbuchhorst) wird gegen eines vom Bahnhof Fangschleuse (rechts) ausgetauscht. Fotos/Montage: Anke Beißer