Der Heimatverein Grünheide sucht dringend Ehrenamtler fürs Ortsarchiv

Weiß den Wert des Ortsarchivs zu schätzen: Albrecht Köhler, Vorsitzender des Grünheider Heimatvereins, nennt die 108 Ordner umfassende und bis 1990 zurückreichende Sammlung einen wahren Goldschatz. Foto: Anke Beißer
Weiß den Wert des Ortsarchivs zu schätzen: Albrecht Köhler, Vorsitzender des Grünheider Heimatvereins, nennt die 108 Ordner umfassende und bis 1990 zurückreichende Sammlung einen wahren Goldschatz. Foto: Anke Beißer

Der Heimatverein Grünheide besitzt einen wahren Goldschatz: Seit Januar 1990 werden akribisch Zeitungsartikel, Flyer sowie Druckerzeugnisse wie „Gemeinde aktuell“ und „Heide aktuell“ gesammelt und archiviert. 108 Aktenordner wurden seither und bis einschließlich Dezember 2025 gefüllt. Wer einmal anfängt, darin zu blättern, wird sich bei Interesse für das Leben in seinem Heimatort kaum lösen können. Der Fundus ist dem ehrenamtlichen Wirken von Grünheidern zu verdanken, die dem Verein für diese Arbeit Teile ihrer Freizeit geschenkt haben: Siegfried Niedzballa, Arno und Helma Ziechmann, Ilse Grabert und Doris Walpert sowie zuletzt Gerd Ritter.

Nachfolge soll schnellsmöglich gereglt werden

Letzterer hat die Aufgabe in der jüngsten Vergangenheit wahrgenommen, zum Jahresende jedoch seinen Rückzug angekündigt. „Wir suchen deshalb dringend eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger, der das Ortsarchiv weiterführt“, sagt der Vereinsvorsitzende Albrecht Köhler. Natürlich sei es möglich, dies zu zweit oder in einer Gruppe zu tun, wie es schon früher mal praktiziert wurde.

Wertvolle Sammlung mit Stimmungsbarometer

Der Grünheider betont, wie wertvoll die Sammlung ist. „Sie ist mehr als eine bloße Chronik aus Daten und Fakten, sie widerspiegelt, wie die Stimmung war, weil auch Leserbriefe und ähnliche Aufzeichnungen Eingang finden.“ Hierbei wird es künftig auch darum gehen, digitale Quellen einzubeziehen, da sich bei den Informationskanälen inzwischen vieles geändert hat. Social Media spielen hierbei genauso eine Rolle wie Internetportale. „Uns ist es wichtig, weiterhin die gedruckten Informationen zu bewahren und in einem nächsten Schritt den digitalen Raum mit einzubeziehen.“ Wie das geschehen soll, darüber soll gemeinsam im Verein ein Weg gefunden werden.

Digitalisierung wird ins Visier genommen

Zudem steht die Frage der grundsätzlichen Digitalisierung des Archivs an. Hierfür müssen aber noch Rahmenbedingungen geklärt werden, von Übertragungsmöglichkeiten über rechtliche Fragen bis hin zur Speicherung und der Verwendung von künstlicher Intelligenz.

Papierform wird fortgeführt

Zuerst geht es jetzt darum, das Ortsarchiv auf bewährte Art und Weise, also in Papierform, mit Zeitungsausschnitten, Kopien und anderen Dokumenten zu füllen, die aktuell bestehende Lücke für 2026 zu schließen und kontinuierlich keine neue aufkommen zu lassen. Eine Materialsammlung für das laufende Jahr ist vorhanden, sie muss aber aufgearbeitet, strukturiert und ins Archiv eingepflegt werden. Geeignet ist, wer Interesse für lokale Themen mitbringt, zudem bereit, sich ein- bis zweimal in der Woche dem Ehrenamt zu widmen, und dabei sorgfältig sowie zuverlässig ist. „Wir unterstützen beim Bezug der Medien und können, dank der Gemeinde Grünheide, eine kleine Aufwandsentschädigung zahlen“, sagt Köhler. Sie betrage 60 Euro im Monat und werde vierteljährlich überwiesen.

Jüngere Generation wächst in Verein hinein

Der Heimatverein zählt derzeit 83 Mitglieder. Er befindet sich in einer sehr spannenden Phase. Denn neben den langjährigen Mitstreitern und der damit verbundenen Pflege des Traditionellen wächst schrittweise eine jüngere Generation hinein, die moderne Aspekte einfließen lässt und somit ein Fundament dafür legt, dass die Heimatpflege fortgeführt wird. (Anke Beißer)

Interessenten können sich per Mail über info@heimatverein-gruenheide.de oder telefonisch unter 0162 2947402 (Claudia Schulz, stellvertretende Vereinsvorsitzende) melden.