Schüler bauen das perfekte Haus für Blaumeise und Co.

Es ging laut her am letzten Tag vor den Osterferien in der Holzwerkstatt der Grünheider Gerhart-Hauptmann-Grundschule. Das Hämmern, Sägen und die angeregten Gespräche hallten den gesamten Kellergang entlang. Und ein Blick in den Raum bestätigte das muntere Treiben: An allen Tischen und Werkbänken waren die Schülerinnen und Schüler der Klasse 4 a emsig dabei, Nistkästen zu bauen. Dabei stellten sie sich durchaus geschickt an, obwohl Werken, wie es früher hieß, noch gar nicht zum Unterrichtsplan gehört, „Wirtschaft-Arbeit-Technik“ erst in der 5. Klasse im Stundenplan auftaucht. Der Umgang mit Hammer, Nagel und Säge war jedenfalls kein Problem. „Das Verstehen der Anleitung mit den für die Kinder ungewohnten Maßangaben ist eher die Herausforderung“, sagt Frédéric Wienecke. Der Förster und Vater von Merle, die zur 4a gehört, hatte die Bausätze mitgebracht und begleitete das Projekt.

Geschickt bei der Sache: Elli (10), Merle, Lena und Lotta (alle 9, von links) hatten großen Spaß beim Umgang mit Hammer und Säge. Sie waren am Ende sehr stolz auf ihren selbst gebauten Nistkasten. Foto: Anke Beißer
Geschickt bei der Sache: Elli (10), Merle, Lena und Lotta (alle 9, von links) hatten großen Spaß beim Umgang mit Hammer und Säge. Sie waren am Ende sehr stolz auf ihren selbst gebauten Nistkasten. Foto: Anke Beißer

Unter den Händen der Mädchen und Jungen entstanden an dem Vormittag hölzerne Behausungen für kleine Singvögel. Die Kästen konnten auch noch bunt verziert werden. Im Garten aufgehängt, können sie zum Beispiel Meisen als Nistplatz dienen. Natürlich bekamen die Kinder auch noch Hinweise mit nach Hause, wo der beste Platz ist und wie die die Kästen gepflegt werden müssen.

Gar nicht so einfach zu durchschauen: Die Bauanleitung war absolutes Neuland für die Viertklässler. Aber mit ein bisschen Hilfe sind sie daraus schlau geworden. Foto: Anke Beißer
Gar nicht so einfach zu durchschauen: Die Bauanleitung war absolutes Neuland für die Viertklässler. Aber mit ein bisschen Hilfe sind sie daraus schlau geworden. Foto: Anke Beißer

„Eigentlich ist es schon ziemlich spät, werden die Nisthilfen lieber etwas früher im Jahr aufgehängt“, erklärte der Förster. Aber da die Vögel mehrmals im Jahr brüten, mache es auch jetzt noch Sinn. Wichtig bei der Platzwahl sei, dass weder Marder noch Katzen sie erreichen können. „Glatte Hauswände sind ein guter Ort.“ In die Nistkästen müsse nichts hineingelegt werden, dafür sorgen die Vögel selbst. Wichtig sei, die Kästen nach dem Winter zu reinigen, damit Milben nicht die neue Brut schädigen.

Naturkunde und Naturschutz stehen bei der 4a hoch im Kurs

Alexander Biedermann hat sich über den Eifer seiner Schüler beim Werken gefreut. Ohnehin achtet der Lehrer darauf, dass seine Klasse immer viel mit der Natur zu tun hat. So pflegt er seit Langem einen engen Kontakt zu Revierförster Christian Hohm. „Ich gehe mit der Klasse Bäume pflanzen, wir sammeln Müll, hängen Fledermauskästen auf und sind einfach gern und viel im Wald. Er ist ja genau vor unserer Tür. Besser geht es gar nicht.“ Biedermann ist auch Umweltbeauftragter an der Gerhart-Hauptmann-Grundschule, und somit stehen Naturkunde und Naturschutz bei ihm ganz oben auf der Agenda. Das ist quasi sein Markenzeichen. „Ich gehe mit meinen Schülern auch oft zur Waldhütte zum Lesen und zum Geschichten schreiben. Und wir helfen im Schildkröten-Gehege. Die Kinder sind bei all den Themen mit viel Leidenschaft dabei.“ (Anke Beißer)