Freitags wird die kleine Turnhalle zum Kletter-Paradies

Jeden Freitagnachmittag verwandelt sich die kleine Turnhalle auf dem Löcknitzcampus in einen Indoor-Spielplatz. Immer neue Parcours laden zum Klettern, Balancieren und Umhertoben ein. Das ausgelassene Treiben hat bereits eine fast zehnjährige Tradition. Angefangen hat alles mit dem beim Baby-Frühstück im Eltern-Kind-Zentrum geäußerten Wunsch, ein Bewegungsangebot zu unterbreiten. In der Runde saßen damals auch Julia Galow und Silvia Pawlowsky mit ihren heute 13-jährigen Kindern. Eine Mutter signalisierte, dass sie gerade eine Trainerausbildung absolviere und dann eine Sportgruppe anbieten könne. „Dazu ist es letztlich aber nie gekommen“, erinnert sich Julia Galow.

Mangelnde Nachfrage? – Fehlanzeige!

Im Oktober 2016 hat sie sich dann selbst ein Herz gefasst und den Eltern-Kind-Sport in der ehemaligen Begegnungsstätte (heute Familienzentrum) an den Start gebracht. „Das mit dem Aufbauen der Stationen so ganz alleine war schwierig. Aber es fand sich schnell eine zweite Mutti. Silvia ist kurz nach mir fest mit dabei gewesen. Und seit zwei Jahren hilft auch Sebastian Falk, der eine Erzieherausbildung absolviert.“ Der Freitag von 15 bis 17 Uhr kann somit für Eltern mit Kindern von 2 bis 6 Jahren fest im Familienplaner stehen. Mangelnde Nachfrage war noch nie ein Problem, im Gegenteil.

Sind begeistert vom „Indoor-Spielplatz“: Silvana Ziebarth besucht regelmäßig mit ihrem Sohn Emil (3) das Sportangebot. Seit wenigen Woche ist auch Töchterchen Elena mit dabei. Foto: Anke Beißer
Sind begeistert vom „Indoor-Spielplatz“: Silvana Ziebarth besucht regelmäßig mit ihrem Sohn Emil (3) das Sportangebot. Seit wenigen Woche ist auch Töchterchen Elena mit dabei. Foto: Anke Beißer

Im vierten Jahr stand der Umzug in die kleine Turnhalle an. „Es hieß ja schon immer Eltern-Kind-Sport, die Eltern ließen sich in der Begegnungsstätte aber eher an den Kaffeetisch und zum Plausch locken“, sagen die beiden Sport-Frauen. Das ist inzwischen anders. In der Halle gilt die Aufmerksamkeit voll und ganz dem Sport, und so tollen die Eltern mit ihren Kindern umher oder sichern sie bei den Kletterpartien ab. „Sie haben die Aufsicht, und alles ist auf eigene Gefahr.“

Freundliche Einladung: Das Plakat sagt, wie es langgeht - Eltern beaufsichtigen den Sport ihrer Kinder. Foto: Anke Beißer
Freundliche Einladung: Das Plakat sagt, wie es langgeht – Eltern beaufsichtigen den Sport ihrer Kinder. Foto: Anke Beißer

Über die Jahre haben Julia Galow und Silvia Pawlowsky das Angebot weiterentwickelt. „Kinder unterschiedlichen Alters spielen unterschiedlich. Dem tragen wir mit unseren Aufbauten Rechnung. Aber alle dürfen natürlich alles probieren.“ Ohnehin steht Abwechslung ganz oben in der Priorität. Nicht nur die Parcours gleichen nie denen der Vorwoche, auch die übrigen Spielangebote sind stets eine Überraschung.

Organisatorinnen schlüpfen in die Nebenrolle

Ist alles für die Besucher aufgebaut, nehmen die beiden Organisatorinnen eher die Nebenrolle ein. Es ist nach wie vor so gedacht, dass die Angehörigen ihren Nachwuchs beaufsichtigen. Natürlich sind die beiden Grünheiderinnen dabei, freuen sich über ein Feedback und helfende Hände beim abschließenden Abbau. „Zuletzt kam mal eine Mutter auf uns zu und sagte, ihr Kind könne so gut Purzelbäume schlagen. Das habe sie hier beim Freitagssport gelernt. Das ist doch toll“, freuen sich die Frauen über die Früchte, die ihr Engagement trägt.

„Wir mussten das limitieren“

Übrigens können sich bei jedem Termin maximal 30 Eltern-Kind-Paare in der Halle tummeln. „Wir mussten das limitieren“, sagt Julia Galow. Vorab ist über die Homepage des Eltern-Kind-Zentrums eine Terminbuchung notwendig. „Wir hoffen, dass sich an dem System noch was ändern lässt. Denn im Moment kann man sich nicht wieder abmelden, wenn man sich einmal eingetragen hat. Das heißt aktuell, dass man auch spontan vorbeischauen kann, ob noch Platz ist.“

Rosa Schweinchen freut sich über Futter

Das gesamte Angebot ist kostenlos. Beobachtet wird das bunte Treiben in der Sporthalle jedoch von einem rosa Schweinchen. Dort kann der eine oder andere Euro eingeworfen werden, damit den Kindern zu besonderen Anlässen – wie etwa Weihnachten – mit Kleinigkeiten eine zusätzliche Freude gemacht werden kann. (Anke Beißer)