Manchmal kommt ein bestellter Jogger vorbei – Hundetreff übt Alltagssituationen

Ein Herz und eine Seele: Bernhard Ackermann aus Altbuchhorst und seine Hündin Tara sind ein perfektes Team. Seinen reichen Wissensschatz im Umgang mit den Vierbeinern gibt er beim Grünheider Hundetreff gern an andere weiter. Foto: Anke Beißer
Ein Herz und eine Seele: Bernhard Ackermann aus Altbuchhorst und seine Hündin Tara sind ein perfektes Team. Seinen reichen Wissensschatz im Umgang mit den Vierbeinern gibt er beim Grünheider Hundetreff gern an andere weiter. Foto: Anke Beißer

Es wird vielleicht schon hin und wieder aufgefallen sein: Immer wieder sonntags, genau genommen alle 14 Tage, wird die Festwiese am Werlsee zum Tummelplatz für Vierbeiner und ihre „Leinenführer“, wie Bernhard Ackermann Hundehalter- und Hundehalterinnen nennt. Regelmäßig gibt es hier den Grünheider Hundetreff, für den der 71-Jährige mit der Gemeindeverwaltung eine Nutzungsvereinbarung für das umzäunte Areal geschlossen hat. Die Bezeichnung „Treff“ ist bewusst gewählt, denn es ist keine Schule. Vielmehr geht es um Spaß und Unterhaltung – mit dem schönen Nebeneffekt, dass Zwei- und Vierbeiner trotzdem eine Menge lernen können.

Was für ein Bild: Die Hunde unterschiedlichster Größe und unterschiedlichsten Charakters sitzen bei der Wanderpause nach Kleinwall einträchtig nebeneinander und warten ganz entspannt darauf, dass es weitergeht. Foto: Archiv Bernhard Ackermann
Was für ein Bild: Die Hunde unterschiedlichster Größe und unterschiedlichsten Charakters sitzen bei der Wanderpause nach Kleinwall einträchtig nebeneinander und warten ganz entspannt darauf, dass es weitergeht. Foto: Archiv Bernhard Ackermann

Angefangen hat Ackermann, für den es ein Leben ohne Hund schlichtweg nicht gibt – „Ein Zuhause ohne Hund ist kein Zuhause“, steht auf seiner Visitenkarte –, 2016 mit einer kleinen Gruppe. Aus dem Dutzend von damals sind heute 70 Hunde geworden, die er bei dem Treffen zusammenbringt. Nicht immer alle, aber ihre Zweibeiner sind über eine WhatsApp-Gruppe mit dem Altbuchhorster verbunden, der fünf Begleithundeprüfungen absolviert hat. Im Chat wird über alle Termine informiert und wenn es passt, die Einladung zum Treff oder zu speziellen Ausflügen und Übungsrunden angenommen. „Alles, was ich anbiete, hat mit Alltagssituationen zu tun.“ So kommt es vor, dass sich an einem Supermarkt verabredet wird. „Die Geräusche der Einkaufswagen sind nicht für jedes Hundeohr erträglich.“ Es gab schon Gaststättenbesuche, Wanderungen und Bahnfahrten nach Berlin. „Die Großstadt ist für unsere ,Landeier‘ ein meist unbekanntes Terrain.“ Oder aber es schauten (extra bestellte) Radler und Jogger bei dem Treff vorbei. Oft staunen die Hundehalter nicht schlecht, wie anders sich ihre Lieblinge in der Gruppe verhalten, wie sie sich Reaktionen von ihren Artgenossen – egal welcher Rasse – abgucken.

Mit dem Regio nach Berlin: Der Grünheider Hundetreff übernimmt auch Ausflüge nach Berlin. Im Zug zeigt sich, dass das Üben ungewohnter Situationen Früchte trägt und die Vierbeiner nichts aus der Ruhe bringt. Foto: Archiv Bernhard Ackermann
Mit dem Regio nach Berlin: Der Grünheider Hundetreff übernimmt auch Ausflüge nach Berlin. Im Zug zeigt sich, dass das Üben ungewohnter Situationen Früchte trägt und die Vierbeiner nichts aus der Ruhe bringt. Foto: Archiv Bernhard Ackermann

„Es geht mir bei dem Treff nicht um Erziehung, mir geht es um Sozialisierung, es geht um Begegnungen mit anderen Hunden, um das Verständnis füreinander“, betont Ackermann. Dabei lernen die Vierbeiner ebenso voneinander und wie die Menschen. Er thematisiere Körpersprache, Fellpflege und Ernährung. „Es ist ein Rund-um-Paket“, sagt der Hunde-Fachmann, der 2000 von München nach Grünheide gezogen ist. Von 2004 bis 2016 hat er mit seinen „Hovawarten vom Peetzsee“ eine Zucht betrieben, insgesamt 58 Welpen aus sechs Würfen aufwachsen sehen. Geblieben ist ihm aus der Zeit seine Tara, eine heute achtjährige Hündin, die bei den Treffs natürlich immer dabei ist.

Immer gern in großer Runde: Ob auf der Festwiese am Werlsee oder am Bahnhof Fangschleuse - die Arbeit am Sozialverhalten der Vierbeiner hat eine große Gruppe Gleichgesinnter zusammengebracht, die viel Spaß miteinander haben. Foto: Archiv Bernhard Ackermann
Immer gern in großer Runde: Ob auf der Festwiese am Werlsee oder am Bahnhof Fangschleuse – die Arbeit am Sozialverhalten der Vierbeiner hat eine große Gruppe Gleichgesinnter zusammengebracht, die viel Spaß miteinander haben. Foto: Archiv Bernhard Ackermann

Wer zu der Gruppe dazustoßen will, könne gern zu ihm Kontakt aufnehmen. Wichtig sei, dass die Hunde eine Haftpflichtversicherung haben. „Egal wie, die Verantwortung liegt immer beim Halter. Bisher hatten wir in all den Jahren nicht einen Beißvorfall.“ Bernhard Ackermann schaut sich die Neuankömmlinge an, ob sie in die Gruppe passen. Wenn jemand Probleme hat oder mit dem Verhalten seines Vierbeiners nicht klarkommt, biete er auch eine individuelle Beratung an, damit Mensch und Hund das „Beste-Freunde-Sein“ entspannt erleben und genießen können. (Anke Beißer)

Kontakt zu Bernhard Ackermann: per Mail unter bernhardackermann@web.de und per Handy unter 0176 45823055