Kletterwald-Team verabschiedet sich vom Werlseestrand

Seit 2003 hat die Familie das Leben am Werlsee-Nordstrand geprägt. Damals hatte Sabine Hertam mit ihrem Mann Dirk die Strandbar übernommen. Es folgten recht lebhafte Zeiten am Sandstrand mit Partys und dem großen Fußball-WM-Public-Viewing 2006. Das Paar investierte in den beliebten Bade-Hotspot, baute eine überdachte Terrasse, richtete einen Beach-Platz her. Einheimische schätzten die Entwicklung ebenso wie Ausflügler und Touristen.

2010 war Eröffnung des Kletterwaldes

Im Winter 2009 setzten die Hertams noch einen drauf: Sie ließen einen Kletterwald in das benachbarte Waldstück bauen, der schon 2010 seine Eröffnung feiern konnte. Seither ist er Tummelplatz für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Eben für all jene, die es gern ein bisschen höher haben und auch zu einer guten Portion Adrenalin nicht nein sagen. Jahr für Jahr wurde sorgsam mit den Bäumen umgegangen, die das Fundament des Kletterspaßes bieten. Sie wurden begutachtet, gepflegt, kleine Änderungen an den Parcours vorgenommen. Und auch der Wald an sich wuchs. In Bodennähe für die jüngsten „Kletteraffen“ und hoch oben für die besonders Wagemutigen.

Soll erhalten bleiben: Seit 2010 ein Markenzeichen für den Tourismus in Grünheide - der Kletterwald samt Affen-Logo. Foto: Anke Beißer
Soll erhalten bleiben: Seit 2010 ein Markenzeichen für den Tourismus in Grünheide – der Kletterwald samt Affen-Logo. Foto: Anke Beißer

„Es war unser Traum, unser Projekt. Von meinem Mann und mir, für uns als Paar“, schaut Sabine Hertam zurück. 2019 aber traf die Kagelerin ein harter Schlag. Ihr Mann verstarb, und sie stand plötzlich ganz allein mit der Firma da. Sie musste sich um Dinge kümmern, die vorher in der Verantwortung ihres Mannes lagen – das Handwerkliche im Kletterwald, die Einhaltung der baulichen Vorschriften. „Wären unsere Söhne Tim und Robert nicht mit eingestiegen und hätten sie mich nicht so stark unterstützt, hätte ich damals schon aufgehört“, sagt die heute 55-Jährige.

Schwierige Corona-Zeit durchgestanden

Aber sie ist dem Geschäft bis treu geblieben, hat die unternehmerisch so schwierige Corona-Zeit durchgestanden, weiter in den Wald investiert, Mitarbeiter ausgebildet. Und zu dritt haben sie das Level gehalten, dafür gesorgt, dass es dem touristischen Angebot gut geht, es weder an Beliebtheit noch Qualität eingebüßt hat.

„Dem Wald tut es gut und mir auch.“

„Ich denke, dem Wald tut es gut, wenn hier mal ein anderer Wind durchweht. Und mir tut es gut, wenn ich noch einmal neue Wege einschlage“, fasst Sabine Hertam die Entscheidung zusammen, sich am Ende der Saison 2026 von „ihrem Baby“ zu verabschieden. „Ich möchte auch mal wieder in den Sommerurlaub fahren, mir Zeit für mich nehmen und mich nicht mehr mit den Ärgernissen herumschlagen, die es ja bei aller Freude am Kletterwald auch gab.“ Dabei erinnert sie an Vandalismus an Strandbar und Strand, an pöbelnde Jugendliche bei den Partys, an unzuverlässige Kunden beim Klettern. „Alles hat seine Zeit, die von mir mit dem Kletterwald ist vorbei“, lautet ihr nüchternes Urteil. Sie betont aber auch, dass die Jahre schön waren.

Wald auf Herz und Nieren geprüft

Und sie wünscht sich, dass es weitergeht. Sie hat den Wald noch einmal auf Herz und Nieren prüfen lassen. „War 2025 wegen der vielen verregneten Wochenenden wirtschaftlich eher schwierig, war es für den Wald gut, weil er sich erstaunlich gut erholt hat.“ Zwar müsse am Parcours 4 Hand angelegt werden, aber das sei normal. „Wir mussten in jedem Winter etwas tun.“ Die aktuelle Expertise übergibt sie ihren Nachfolgern, damit diese wissen, was zu tun ist. „Noch stecken wir in Verhandlungen, aber ich denke, es sieht gut aus.“

Kletterwald und Strandbar bis Saisonende offen

Bis Ende September wird noch alles beim Alten bleiben. Neue Mitarbeiter bildet Sabine Hertam allerdings nicht mehr aus, und auch die beliebten Firmen-Events wird es diesen Sommer nicht mehr geben. Geöffnet sind Kletterwald und Strandbar wie gewohnt an den Wochenenden sowie in den Ferien – da mittwochs bis sonntags – jeweils von 11 bis 18 Uhr. Gruppenanfragen ab 20 Personen sind auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten telefonisch (0151 10798181) und über die Homepage (www.kletterwald-gruenheide.de) möglich. Für die bei Klassen sehr begehrten  Termine vor den Sommerferien gibt es nur noch wenig freie Stellen. (Anke Beißer)

Infos und Kontakt:
0151/10 79 81 81, 033434/14 42 27 (Büro), kletterwald@disati.de