Das Feuerwehrjahr 2025 – Einsätze vom ersten bis zum letzten Tag

Das Feuerwehrjahr 2025 begann mit einem Alarm gleich am ersten Tag: Gegen 1.30 Uhr wurde am 1. Januar ein Heckenbrand in Spreeau gemeldet. 20 Einsatzkräfte aus Grünheide, Mönchwinkel und Freienbrink rückten aus – derweil hatte der Anwohner das Feuer schon gelöscht. Und der letzte Einsatz fiel diesmal tatsächlich auf den letzten Tag des Jahres. Am 31. Dezember rief der Pieper gegen 18 Uhr 13 Kameraden der Grünheider Ortswehr zum Seniorenzentrum in die Karl-Marx-Straße. Der Fahrstuhl war ausgefallen und zwei Stunden lang galt es den Senioren durchs Treppenhaus zu helfen.

Drei Tage, die es in sich hatten

In den Monaten dazwischen wurden weitere 207 Alarmierungen gezählt, macht in Summe für die Statistik 209 und damit 28 weniger als im Jahr davor. Am forderndsten waren dabei drei Tage in der ersten Jahreshälfte 2025.

Großübung auf dem Schulgelände

Am 15. Mai stand die Gemeinde-Großübung an, die mit der ohnehin zweimal jährlich fälligen  Evakuierungsübung der Grundschule nebst Hort verbunden wurde. Die Meldung einer ausgelösten Brandmeldeanlage sorgte dafür, dass während des laufenden Betriebs das Gebäude geräumt und nach dem Brandherd durchsucht werden musste. Dieser befand sich im – für den Übungsfall – total verrauchten Keller. Zudem wurden auch noch zwei – durch Dummies dargestellte – Kinder vermisst. Alarmiert waren für die am Ende zwei Stunden dauernde Einsatzübung alle Grünheider Ortswehren.

Alarm auf dem Löcknitzcampus: Die Einsatzkräfte der Ortswehren absolvierten im Mai ihre alljährliche Großübung. Sie wurde für Grundschule und Hort zur turnusmäßigen Evakuierungsübung. Foto: Marco Jonscher
Alarm auf dem Löcknitzcampus: Die Einsatzkräfte der Ortswehren absolvierten im Mai ihre alljährliche Großübung. Sie wurde für Grundschule und Hort zur turnusmäßigen Evakuierungsübung. Foto: Marco Jonscher

Gefahr für Leib und Leben

Knapp zwei Wochen später, am 31. Mai, folgte um 9.46 Uhr ein echter Alarm. Unter der Hochspannungsleitung zwischen Kienbaum und Kagel hatte etwa ein Hektar Grünfläche Feuer gefangen. „Wir sind dorthin und haben zum Glück vor dem Aussteigen gemerkt, was die Ursache ist“, erinnert sich Jan Wischnewski, Ortswehrführer von Kagel und Mitarbeiter der Grünheider Stabstelle Brand- und Bevölkerungsschutz. Die Leitung war gerissen und ein Kabelende hing bis auf der Erde hinab. „Nicht aussteigen!“, hieß es erst einmal. In sicherem Abstand war es dann möglich und rund um die Brandfläche wurde ein Schutzstreifen angelegt, damit das Feuer sich nicht in den angrenzenden Wald ausbreiten konnte. 55 Einsatzkräfte waren im Einsatz, der bis gegen 15.30 Uhr angedauert hat. Zwei Tage später musste die Feuerwehr nochmal anrücken, weil scheinbar ein oder mehrere Glutnester überlebt hatten und einen erneuten Brand ausgelöst haben. Dabei brannten rund 5000 Quadratmeter, was knapp einem Fußballfeld entspricht.

Abstand halten: Zwischen Kagel und Kienbaum war im Juni die Hochspannungsleitung gerissen und hatte einen Brand entfacht. Für die Feuerwehr hieß es, wegen des herabhängenden Kabels besondere Vorsicht walten zu lassen. Fotos: Jan Wischnewski/Montage: Anke Beißer
Abstand halten: Zwischen Kagel und Kienbaum war im Juni die Hochspannungsleitung gerissen und hatte einen Brand entfacht. Für die Feuerwehr hieß es, wegen des herabhängenden Kabels besondere Vorsicht walten zu lassen. Fotos: Jan Wischnewski/Montage: Anke Beißer

Erst Blitzschlag, dann Sturm

Den nächsten Großeinsatz gab es am 23. Juni. In einem Waldstück in Kagel-Finkenstein war ein Waldbrand ausgebrochen. Ein Blitzschlag hatte das Feuer ausgelöst, das durch die Waldbrandzentrale in Wünsdorf, bei der alle Informationen der optischen Überwachungssysteme eingehen, kurz nach 9 Uhr eindeckt wurde. Weil der nahegelegene Kiessee schwer zugänglich ist, mussten die Löschfahrzeuge aus dem Möllensee betankt werden. „Die Firma Container-Opitz aus Rehfelde hat uns dabei großartig unterstützt“, erinnert sich Gemeindewehrführer Tobias Thieme. Die Rüdersdorfer Wehr, die ebenso wie die Unterstützung aus Erkner, Woltersdorf und Spreenhagen mit im Einsatz war, hatte den Kontakt hergestellt. Daraufhin rückte ein 15.000 Liter-Tankfahrzeug zur Verstärkung an. „Die Firma wollte keinen Cent dafür und hat sogar angeboten, in der Waldbrandsaison bei Bedarf gern wieder angefragt zu werden.“

Mitten im Wald: Ein Blitzschlag hatte im Juni einen Brand aufgelöst, der durch optische Überwachungstechnik entdeckt wurde. Am Baumstamm war deutlich zu sehen, welchen Weg der Strom genommen hat. Foto links: Jan Wischnewski/Foto rechts: Waldbrandzentrale Wünsdorf/Montage: Anke Beißer
Mitten im Wald: Ein Blitzschlag hatte im Juni einen Brand aufgelöst, der durch optische Überwachungstechnik entdeckt wurde. Am Baumstamm war deutlich zu sehen, welchen Weg der Strom genommen hat. Foto links: Jan Wischnewski/Foto rechts: Waldbrandzentrale Wünsdorf/Montage: Anke Beißer

Dank für Versorgung mit Essen und Trinken

Unterstützung habe es hier auch von der Bildungsstätte in Finkenstein und dem L38-Markt in Hangelsberg gegeben. „Sie haben uns mit Getränken und Essen versorgt“, sagt Wischnewski und schickt noch einmal ein Dankeschön an die Adressen. Insgesamt waren mehr als 120 Kräfte im Einsatz, der gegen 18 Uhr beendet werden konnte. Wieder im Depot, schallten schon wieder die Alarmglocken – ein stürmischer Abend hielt die Wehren dann noch einmal in Atem. (Anke Beißer)

Das Jahr 2025 in Zahlen:
Einsätze: 209
davon
Brände: 25
Technische Hilfeleistungen: 85
First Responder (freiwillige Zusatzaufgabe): 71
Fehlalarme: 28 (davon 20 wegen Brandmeldeanlagen)
Aktive Mitglieder: 160 (davon 45 Frauen)
Jugendfeuerwehr: 93 (davon 29 weiblich)
Ehrenabteilung (neu): 41
Ausbildung: 12.675 Stunden

Ein kleiner Ausblick auf 2026 wird in einem Folge-Beitrag gegeben.