
Mit 4123 Kilometern sind sie beim Stadtradeln 2026 (14. Juni bis 4. Juli) allen anderen weit voraus gewesen: die Mädchen und Jungen der Klasse 2b der Gerhart-Hauptmann-Grundschule Grünheide, die für dieses herausragende Ergebnis von ihren mitradelnden Familienmitgliedern tatkräftig unterstützt wurden. Die Strecke ist wirklich enorm, entspricht sie doch bis auf eine kleine Differenz der Luftlinie von Grünheide (Mark) bis zum Nordpol (4180 km). Dabei haben sie laut der Statistik 536 Kilogramm CO² eingespart – eine Menge, die ein modernes Auto auf der Fahrt von Berlin nach Madrid und zurück ausstößt oder auch die Menge, die einen kleinen Wald mit knapp vier Dutzend Bäume ein Jahr lang wachsen lässt.
Großer Anteil am Schul-Erfolg
Die 2b, inzwischen 3b, ist stolz auf diesen Erfolg. An der Wand hängt ihre Schul-Urkunde, die sie als Sieger ausweist. Damit haben sie einen großen Anteil am Gesamterfolg der Bildungseinrichtung, die mit 17.477 km die Teamwertung in der Gemeinde und im Landkreis Oder-Spree gewonnen hat. Und das bei Letzterem im Wettstreit mit 91 weiteren Gruppen.
„Da steckte schon ganz viel Werbung drin“
Wie aber ist es der Klasse gelungen, in der Schulfamilie die Nase vorn zu haben? „Da steckte schon ganz viel Werbung drin“, sagt Klassenlehrerin Sabine Gerber. „Vor allem als es im Vergleich mit der 4d noch einmal eng wurde.“ 464 Kilometer haben letztlich den Ausschlag gegeben und für großen Jubel bei den Zweitklässlern gesorgt. Dabei sei die Stadtradel-Zeit nicht vom besten Radfahrwetter begleitet gewesen. Wie die Kinder jedoch versichern, habe ihnen zumindest leichter Regen nichts ausgemacht. Ihr Ehrgeiz war geweckt. Tilda (7) sagt frei heraus, sie wisse, warum ihre Klasse gewonnen haben: „Weil wir so gut zusammengehalten haben.“

Und tatsächlich sind viele von ihnen – die Kinder wohnen in Grünheide und Kagel – für den Schulweg aufs Rad umgestiegen. „Mein Fahrrad stand morgens, 7.15 Uhr, bereit, mit der Mappe drauf. Das haben meine Eltern gemacht“, erinnert sich Lukas. Und dann sei er von seinem Zuhause in Grünheide, ebenso wie Milan aus Altbuchhorst, alleine zur Schule geradelt. Andere Kinder wurden von Papa oder Mama begleitet, und so kamen bei ihnen gleich doppelte Kilometer hinzu.
Sportliche Familien
Ohnehin scheint Radfahren eine wichtige Rolle zu spielen. Denn die jetzigen Drittklässler erzählen von Wochenendausflügen und Urlauben mit dem Zweirad. Meeri zum Beispiel kommt aus einer ganz sportlichen Familie, sie selbst hat schon – ganz wie der Vater – an Triathlon-Wettbewerben teilgenommen, was bekanntlich nicht ohne Radfahren geht. Und Liese erzählt, dass ihr Papa sogar ein Indoor-Bike hat, dass sich auch auf sie einstellen lässt. „Ich war mit ihm auch schon auf einer Tour, da sind wir am Sonnabend los, haben dann die Nacht in der Natur geschlafen und sind Sonntag wieder zurück.“ Und im Sommerurlaub mit dem Camper seien die Fahrräder auch dabei gewesen. „Ich hatte da ‘nen Platten, aber Papa hat es repariert, er war gut vorbereitet.“
„Die Kinder waren toll“
Bei so viel Begeisterung fürs Radfahren hat sich Lehrerin Sabine Gerber sogar getraut, beim Wandertag mit der Klasse nach Erkner ins Kino zu radeln. Begleitet wurde der Tross von Horterzieherin Anja Jungmann. „Wir sind das erste Mal in Kolonnen gefahren. Es war überhaupt kein Problem. Die Kinder waren toll“, lobt die Klassenlehrerin. Immerhin ist die Fahrradprüfung erst in der 4. Klasse ein Thema – ihre Schützlinge sind hier aber schon fit.
Klassenlehrerin hat fleißig mit gesammelt
Und natürlich hat auch Sabine Gerber selbst das Kilometerkonto fleißig mit bedient. Sie wohnt in Schöneiche und konnte so jeweils zwölf Kilometer für den Hin- und Rückweg beisteuern – in direkter Konkurrenz zu ihrer Familie. Denn Tochter und Mann traten im Heimatort in die Pedale.
Als Belohnung für die tolle Leistung wurde die 2b übrigens erst einmal mit einem Eis belohnt. Die Ehrung im Landkreis steht noch aus. (Anke Beißer)
