
Mit dem Sterntaler-Ferienatelier hatte Grünheides Kinderkoordinatorin (Kiko) Stefanie Höhn im Juli ein Angebot für all jene Grundschüler unterbreitet, die „Urlaub auf Balkonien“ gemacht haben, also nicht verreist waren und trotzdem Lust auf etwas ganz Besonderes hatten.
Ferienabenteuer im „Raum der Träume“
Im den Mädchen und Jungen vertrauten „Raum der Träume“ an der Gerhart-Hauptmann-Grundschule erlebten sie vier Tage, die wohl noch lange nachklingen werden. Unter der fachlichen Leitung von Stefanie Höhn stand das handlungs-orientierte Projekt „Sterntaler“ auf dem Programm. „Ausgangspunkt war das bekannte Märchen der Brüder Grimm“, erzählt die Diplom-Pädagogin. Ein Mädchen verschenkt darin selbstlos alles, was es besitzt – und erfährt am Ende, dass Hilfsbereitschaft, Güte und Mitgefühl reich belohnt werden. „Diesen Gedanken übersetzte das pädagogische Konzept direkt in das echte Erleben der Grundschulkinder.“

Die Kinder grundierten gemeinsam ein riesiges, tiefblaues Stofflaken. Völlig frei Hand – ganz ohne starre Schablonen – brachten sie anschließend ihre persönlichen „Kraftworte“ wie Mut, Freundschaft, Trost, Zusammenhalt und Hilfe auf, wobei Goldakzente nicht fehlen durften. „Um auf weichem Stoff sauber zu schreiben, brauchte es echtes Teamwork“, erinnert sich Stefanie Höhn. Und so hielten die Kinder sich gegenseitig den Stoff straff. „Das war gelebte Unterstützung von Pinselstrich zu Pinselstrich.“ Dafür gab es dann eine emotionale „warme Dusche“, bei der jedes Kind von der Gruppe ehrliche, anerkennende Worte geschenkt bekam. So gestärkt zogen die Mädchen und Jungen dann als „Sterntaler-Helden“ durch das Schulgebäude. Ihre Mission war es dabei, Hilfsbereitschaft zu zeigen, kleine Gefallen zu tun und den Menschen ein Lächeln zu schenken.
„Helfer-Rüstung“ für zu Hause
Jedes Kind gestaltete zudem seine persönliche „Helfer-Rüstung“ – ein T-Shirt mit dem eigenen Kraftwort, ein bemaltes Cap und einen Sternen-Zauberstab. All diese Kraftspender wanderten für den Alltag dann mit nach Hause.
„Zum Abschluss, am Ende des vierten Tages, versammelte sich die Gruppe in voller Montur vor dem fertigen Laken. Als leise Musik erklang und ein funkelnder Goldregen sanft über die Kinder herabfiel, war das Staunen greifbar. Bei der feierlichen Übergabe der Sterntaler-Urkunden leuchteten nicht nur die goldenen Sterne, sondern vor allem die Augen der stolzen Kinder.“ Sie hatten erfahren: „Ich bin wertvoll, ich werde gesehen – und gemeinsam sind wir stark.“
Nächste Premiere in den Herbstferien
Nach diesem fabelhaften Erlebnis hält Stefanie Höhn für die Herbstferien wieder eine Premiere bereit: Sie lädt ein zu den ersten Grünheider Sandspielwochen, die auf das erworbene Fundament aus Selbstvertrauen und Entfaltung aufbauen.
„Im Mittelpunkt steht die Methode des pädagogischen Sandspiels – ein in der Fachpädagogik hochgeschätzter Ansatz, der weit über herkömmliches Basteln oder Buddeln hinausgeht“, macht die Kinderkoordinatorin neugierig. Sechs Miniatur-Welten in Form von großen, speziell dimensionierten Sandkästen werden dafür bereitstehen. Der blaue Boden symbolisiert Wasser oder Himmel, der feine Sand die Erde. Zudem warten Tiere aller Kontinente, Drachen, Ritter, Brücken, Schatztruhen, Zäune und Häuser darauf, in die Szenerie eingebunden zu werden. „Niemand korrigiert, niemand gibt ein Thema vor, es gibt kein Richtig und kein Falsch. Die Schüler müssen nichts leisten und keine Erwartungen erfüllen – sie führen allein Regie.“
Konflikte finden im Sand eine Lösung
Wie Stefanie Höhn betont, zeige diese Art Spiel eine sehr tiefgehende Wirkung. Kinder im Grundschulalter erlebten Schule und Alltag oft getaktet, leistungsorientiert und reizüberflutet. Häufig fehlten ihnen aber noch die Worte, um Stress, Druck oder Unsicherheiten auszudrücken. „Das Eintauchen in den fühlbar kühlen, feinen Sand erdet das Nervensystem binnen Minuten. Über die Symbolfiguren bauen die Kinder unbewusst ihre innere Gedanken- und Gefühlswelt nach. Konflikte finden im Sand eine Lösung, Helden überwinden Hindernisse, Grenzen werden gesetzt oder Brücken gebaut.“
Ferien-Angebot gilt dienstags bis donnerstags
Stefanie Höhn bietet hierfür den professionellen, geschützten Rahmen und begleitet die Kinder, die zur Ruhe kommen, Kraft tanken oder schöpferisch ohne Leistungsdruck bauen möchten, achtsam. Ferienkinder sind zu folgenden Terminen in der Gerhart-Hauptmann-Grundschule Grünheide, im „Raum der Träume“, willkommen: vom 20. bis 22. sowie vom 27. bis 29. Oktober, jeweils in der Zeit von 9.30 bis 13.30 Uhr. Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung nicht erforderlich, es gilt ein offenes Kommen und Verweilen im eigenen Tempo. (Anke Beißer/SH)
Info und Kontakt: Stefanie Höhn, kiko@gemeinde-gruenheide.de, 0152 56350352
