Die Glockenanlage in der Dorfkirche von Kagel muss dringend repariert werden. Zwar sind die seit 1924 den Turm komplettierenden Stahlglocken an sich intakt, die Aufhängung sowie der Antrieb bereiten jedoch große Sorgen. Zu sehr hat der Zahn der Zeit ihnen zugesetzt, sodass seit einer Weile nur noch mit einer Glocke geläutet werden kann. Die Kosten für die Reparatur übersteigen die finanziellen Möglichkeiten der Kirchengemeinde erheblich, so dass sich der Förderverein Dorfkirche Kagel des Projektes angenommen hat und sich in seinem Engagement auf das Sammeln von Spenden für diesen Zweck konzentriert. Der vor 14 Jahren gegründete Verein hat mit seinen aktuell 34 Mitgliedern schon einiges für den Erhalt des Gotteshauses ausrichten können, das im Herzen des Dorfes steht, zum denkmalgeschützte Areal an der Alten Schule gehört und mit seinen Veranstaltungen nicht nur Ort für die christliche Gemeinschaft ist, sondern das kulturelle Leben in Kagel bereichert.
Insgesamt 21.000 Euro werden benötigt
Seit dem Blick eines Fachmanns auf das Geläut ist der Aufwand für die Instandsetzung bekannt: Das Angebot vom Oktober 2024 beziffert den Umfang auf rund 21.000 Euro – 11.000 Euro für die Glockenanlage und 9500 für den Antrieb. Aus eigener Kraft kann der Verein nicht das nötige Geld aufbringen, um die Kirchengemeinde umfänglich zu unterstützen. Deshalb hat er einen Antrag auf Projektförderung gestellt, dem in der letzten Gemeindevertretersitzung 2025 einstimmig stattgegeben wurde. Der Zuschuss beläuft sich auf 8140 Euro und soll für den Antrieb, also den zweiten Bauabschnitt aufgewendet werden.
Hamburger Firma soll reparieren
Leider hat die Firma, die das Kostenangebot abgegeben hat, inzwischen ihre Geschäftstätigkeit eingestellt. Jedoch wurde noch ein Nachfolger vermittelt. Sabine Niels vom Förderverein Dorfkirche Kagel und Vorsitzende des Ortskirchenrates hat nun Kontakt zu einer Hamburger Firma, die die offenen Geschäftsvorgänge weiterführt. „Ob der angegebenen Kostenrahmen zu halten ist, wissen wir nicht.“
Spendensammlung läuft
Der Verein und die Kirchengemeinde sind abgesehen von der Zuwendung der Gemeinde fleißig dabei, die erforderliche Summe zusammenzutragen. Über Konzerte, die Mitglieder und Unterstützer sind bereits knapp 6000 Euro für die Reparatur reserviert. Natürlich trägt auch die evangelische Kirche selbst ihren Anteil bei.

Aber, noch ist der Bedarf nicht voll gedeckt. So wird es auch 2026 darum gehen, weiter Spenden einzuwerben. Zu dem Zweck wurden schon im Vorjahr in Zusammenarbeit mit dem Keramiker Werner Tragsdorf aus Eichwalde Glocken-Magneten hergestellt und für den guten Zwecke verkauft. Auch andere Aktionen liefen 2025 zugunsten des Projektes, um den dringend notwendigen Auftrag ausführen lassen zu können. In dem Sinne soll das Engagement des Fördervereins, der in diesem Jahr seinen 15. Geburtstag feiert, fortgeführt werden.
Geschichte der Glocken reicht weit zurück
Die Kirchenglocken von Kagel haben eine lange Geschichte. 1509 erhielt das Dorf eine Glocke namens „Anna-Susanne“. 1869 kamen in die gerade neu erbaute (heutige) Kirche drei Glocken. Auf Anna-Susanne als Erinnerung an die Mönchzeit wird zumindest noch verwiesen und ihre Existenz in der „vor einigen Jahren niedergerissenen uralten Kirche“ erwähnt, wie es auf der Informationstafel im Gotteshaus heißt. Im Jahr 1899 werden drei Glocken erwähnt: die große mit einem Meter Durchmesser – gegossen 1874 in Stettin, die mittlere mit einem Durchmesser von 71 Zentimetern – gegossen 1882 in Berlin, sowie die kleine mit einem Durchmesser von 44 cm, laut Inschrift ausdrücklich Kagel gewidmet und bereits 1858 in Berlin gegossen.
Die drei Stahlglocken kamen 1924 nach Kagel
Im Ersten Weltkrieg wurden die mittlere und die kleine Glocke für Heereszwecke beschlagnahmt, 1924 die große Glocke nach Pommern verkauft und ein Geläut aus drei Stahlglocken angeschafft. Sie heißen „Ehre sei Gott in der Höhe“ (115 cm Durchmesser), „Friede auf Erden“ (100) und „Den Menschen ein Wohlgefallen“ (80) und warten nun darauf, wieder als Trio erklingen zu können. (Anke Beißer)
Spendenkonto:
Ev. Kirchenkreis Oderland-Spree
IBAN: DE40 3506 0190 1599 7772 17
Stichwort: Glocken Kagel


