Es gibt Themen, über die nur ungern gesprochen wird – häusliche Gewalt ist eines davon. Frauen, die davon betroffen sind, fühlen sich oft ohnmächtig, ängstlich, überfordert oder ratlos. Der Alltag kann wie ein Teufelskreis erscheinen, aus dem es keinen Ausweg gibt. Sich jemandem anzuvertrauen, kann der erste Schritt sein, wieder Mut zu fassen und neue Perspektiven zu finden. Genau hier setzt Stefanie Höhn, Sozialpädagogin aus Grünheide, an. Sie möchte Frauen einen sicheren Raum bieten, in dem sie ihre Erfahrungen teilen und sich gegenseitig stärken können.
Persönlicher Austausch als zusätzliche Hilfe
„Ich spreche immer wieder mit Müttern, die belastende familiäre Situationen oder psychische Gewalt erleben“, sagt Stefanie Höhn. „Viele dieser Frauen fühlen sich zunehmend isoliert und unverstanden, haben einen langen Leidensweg hinter sich, der oft schon in der eigenen Kindheit begann. Sie haben gelernt, nach außen hin zu funktionieren und nicht über ihr Schicksal zu sprechen.“ Zunächst vermittelte Stefanie Höhn sie an professionelle Unterstützungsangebote wie Psychologinnen und Psychologen, Erziehungsberatung oder – in akuten Fällen – an die Polizei. Doch sie erkannte, dass neben professioneller Hilfe auch ein geschützter Rahmen für den persönlichen Austausch fehlt.
Symbolischer Start am Frauentag
So entstand die Idee einer Selbsthilfegruppe, die am 8. März, dem Frauentag, offiziell gegründet wurde – ein symbolischer Start für ein Angebot, das Frauen stärken und unterstützen soll. Die Gruppe gibt Frauen die Möglichkeit, sich auf Augenhöhe zu begegnen, ihre Erlebnisse auszutauschen und sich gegenseitig Halt zu geben. „Wenn die einen sich ihre Last von der Seele reden können und andere von ihrem Weg aus der Krise erzählen, ihre Erfahrungen teilen, hilft das beiden Seiten.“ Es gehe nicht darum, sofort alles im Leben umzukrempeln, sondern darum, zuzuhören, verstanden zu werden und zu spüren, dass man nicht allein ist. Oft helfe es schon, sich aussprechen oder ausweinen zu dürfen, ohne Druck oder Erwartung. „Die Gruppe soll Mut machen, Trost spenden und Orientierung bieten.“ Bei Bedarf werden Fachleute zu Themenabenden eingeladen, um zusätzliche Unterstützung oder fachliche Impulse zu geben. So verbindet das Angebot persönlichen Austausch mit professioneller Begleitung und schafft einen Raum, in dem Frauen Schritt für Schritt neue Wege entwickeln können.
Sicherheit durch strenge Verschwiegenheit gewährleistet
Die Treffen finden unter strenger Verschwiegenheit statt, um die Sicherheit aller Teilnehmerinnen zu gewährleisten. Einmal im Monat kommt die Gruppe in Hangelsberg zusammen; genaue Zeit und Ort werden nach einer ersten Kontaktaufnahme mit Stefanie Höhn individuell mitgeteilt. Interessierte Frauen können sich telefonisch oder per E-Mail bei der Sozialpädagogin melden. Angesprochen fühlen sollen sich sowohl Frauen, die noch in belastenden Beziehungen leben, als auch jene, die bereits schwierige Situationen hinter sich gelassen haben und nun Unterstützung beim Austausch und bei der Verarbeitung ihrer Erfahrungen suchen. (Anke Beißer/SH)
Kontakt: Stefanie Höhn – 01525 6760167; s.hoehn@gemeinde-gruenheide.de

