Blick des Monats November 2026: Herbstzeit ist Lesezeit – die Bibliotheken von Grünheide

Hereinspaziert: Die Bibilothek vom Grünheider Rathaus ein paar Meter weiter gezogen - mit mehr Sichtbarkeit und leichter zu erreichen. Foto: Pauline Thiel/Montage: Anke Beißer
Hereinspaziert: Die Grünheider Gemeindebibliothek ist vom Rathaus ein paar Meter weiter gezogen – mit mehr Sichtbarkeit und leichter zu erreichen. Foto: Pauline Thiel/Montage: Anke Beißer

Der Bibliotheksbesuch darf für viele Menschen im Lebensalltag nicht fehlen. In der Gemeinde Grünheide (Mark) gibt es gleich zwei dieser wahren „Schatzkammern“. Pauline Thiel widmet ihnen den „Blick des Monats“.

Bereits 74 Jahre für die Leser da

Die größte Bibliothek Grünheides befindet sich seit diesem Sommer Am Marktplatz 3 und somit nur einen Katzensprung vom Rathaus entfernt. Schaut man in die Historie, gab es innerhalb Grünheides bereits einige Standorte:

  • 1952 Start der Bibliothek in der Friedrich-Engels-Straße 7
  • 1979 Umzug ins Heidestübchen, Karl-Marx-Straße 11
  • 1990 neue Station im Robert-Havemann Klubhaus
  • 1999 zu finden im Souterrain des Rathauses
  • 2018 Umbau mit gleichbleibendem Standort Am Marktplatz 1
  • seit Mitte 2026 Am Marktplatz 3
Neue Blickwinkel: Gemeindebibliothek Grünheide in neuen Räumlichkeiten. Foto: Pauline Thiel
Neue Blickwinkel: Die Gemeindebibliothek Grünheide ist vom Rathaus an den Marktplatz 3 gezogen. Foto: Pauline Thiel

Am neuen Standort findet so langsam alles seinen Platz. Diesen braucht es auch. Im Bestand sind aktuell ca. 8000 Medien – Bücher, Zeitschriften und auch die beliebten Tonies (kleine, robuste Hörfiguren für Kinder, die auf ein Abspielgerät gesteckt werden, um zum Beispiel Hörbücher abzuspielen) – eingepflegt und liegen nun zur Ausleihe bereit. Jedes Jahr kommen zudem 400 bis 500 Exponate dazu und andere wiederum werden aussortiert. Diese Bestandspflege orientiert sich am Lese- und Hörgeschmack. Diese wiederum sind breit gefächert. Und so gibt es Nachfrage nach historischen Romanen, über Liebesromane, Humorvolles bis hin zu Krimis und Lektüre, die sich die Vorschulkinder wünschen, die ihre Eltern in die Bibliothek begleiten. Laut der Statistik wurden seit der Einführung der elektronischen Ausweise im Jahr 2018 bereits mehr als 800 Leserinnen und Leser registriert. Erhalten kann man diesen mit dem Schuleintritt. Die aktuell älteste Leserin ist 93 Jahre alt.

Gemeindebibliothek Hangelsberg mausert sich zum Schmuckstück

Bereits im Sommer 2024 bekam die Bibliothek Hangelsberg neues Leben eingehaucht. Nach gut zwei Jahren ist auch hier schon wieder so manches an Veränderung passiert. Anfangs noch mit gut 400 aufgenommenen Büchern, sind mittlerweile fast 2300 Positionen registriert und werden es stetig mehr. Für Gemeinde-Mitarbeiterin Bianca Kratzer, der guten Seele der kleinen Schatzkammer neben dem Hangelsberger Bügerhaus, spielen bei der Auswahl neuer Medien das Feedback und die Wünsche der mittlerweile 40 Stammleserinnen und -leser im Alter zwischen 7 und 85 Jahren eine wichtige Rolle. Zudem bedarf es für den wöchentlichen Besuch von Gruppen aus der Kita „Waldspatzen“ immer frischen Lesestoffs. Deshalb schaut die Hangelsbergerin genau hin, um welche Exemplare sie ihr Angebot erweitern müsste. Das alles braucht natürlich seine Ordnung. Und so wurden im Oktober in Storkow ausrangierte, aber noch intakte Bücherregale eingebaut. Sie bieten nicht nur genügend Platz, sondern geben den Wänden gleichzeitig ein urgemütliches Raumgefühl.

Hereinkommen und Verweilen: im neu gestalteten Eingangsbereich der Bibliothek hat man Lust auf Lesen und nettes Beisammensein. Foto: Pauline Thiel
Hereinkommen und Verweilen: im neu gestalteten Eingangsbereich der Bibliothek Hangelsberg hat man Lust auf Lesen und nettes Beisammensein. Foto: Pauline Thiel
Wie ein großes Wohnzimmer: mit dem neuen Raumkonzept ist es noch einladender gleich in ein Buch Reinzulesen und zu Fachsimpeln. Foto: Pauline Thiel
Wie ein großes Wohnzimmer: mit dem neuen Raumkonzept ist es noch einladender gleich in ein Buch reinzulesen und zu Fachsimpeln. Foto: Pauline Thiel
Mehr Platz zum Sitzen und für Bücher: die neuen, mehr in die Höhe gehenden Regale schaffen ein ganz neues Raumgefühl. Foto: Pauline Thiel
Mehr Platz zum Sitzen und für Bücher: die neuen, mehr in die Höhe gehenden Regale schaffen ein ganz neues Raumgefühl. Foto: Pauline Thiel

Während es im Land Berlin seit September ein Gesetz zur Stärkung der Öffentlichen Bibliotheken gibt, das konkrete Mindeststandards, einwohnerbezogene Versorgungsrichtwerte und eine weisungsunabhängige, fachliche Arbeit vorschreibt, zählen die Büchereien in Brandenburg zu den rein freiwilligen Aufgaben. Jede Kommune entscheidet selbst, was sie sich auf dem Gebiet leisten will und kann. Somit ist Grünheide mit seinen gleich zwei Standorten – und ergänzt von den Bücherzellen in den Ortsteilen – gut aufgestellt. Zumal die Bibliotheken nicht nur Bildung bieten sondern auch als Orte der Begegnung fungieren.

Wenn die Tage dunkler werden …

Was Letzteres anbelangt, lässt sich Bianca Kratzer immer gern etwas Neues einfallen. Ihr jüngstes Projekt: ein Kriminachmittag. 16 Krimifans waren dem Aufruf gefolgt und haben bei der erfolgreichen Premiere in zwei Gruppen geknobelt und anschließend gemütlich ausgewertet. Eine so große Resonanz bestätigt ihr Gefühl, dass bei ihren Leseratten vor allem Krimis und True-Crime hoch im Kurs stehen. „Ich kann mir aber auch Events anderer Genres vorstellen, ich bin für alles offen“, sagt die Hangelsbergerin.

Krimifreude verbindet: Neu- und Stammkunden der Gemeindebibliothek Hangelsberg beim Eventnachmittag vereint. Foto: Pauline Thiel
Krimifreude verbindet: Neu- und Stammkunden der Gemeindebibliothek Hangelsberg beim Eventnachmittag vereint. Foto: Pauline Thiel

Auch digitale Ausleihe möglich

Wer nun lieber spontan und von der heimischen Wohnzimmercouch ins Lesevergnügen starten möchte, hat dazu ebenfalls die Chance. Grünheide hat sich dafür dem Verbund LOS24 angeschlossen. Mit dem Leseausweis für einen der beiden Grünheider Bibliotheksstandorte ist der Zugang zur Plattform Onleihe 3.0 verbunden. Dabei muss lediglich der jeweilige Standort ausgewählt werden. Und schon öffnet die Anmeldung mit der Ausweisnummer eine riesige Auswahl an Online-Medien und deren digitale Ausleihe.

Auch digital als Onleihe: mit dem Leseausweis der Grünheider Bibliotheken erhält man Zugang in die Onleihe. Foto: Pauline Thiel
Digitales Angebot: Mit dem Leseausweis der Grünheider Bibliotheken ist der Zugang zur Onleihe verbunden. Foto: Pauline Thiel

Egal ob vor Ort oder per Online: In Zeiten von steigenden Preisen bietet die Gemeinde Grünheide hier kostenfreie Angebote für Lesespaß und zudem noch Begegnungsorte, die die dunklen Tage von Herbst und Winter definitiv bunter machen können. (mit AB)