„Es ist ein cooler Job“ – Ben Rudolph ist Bufdi in der Jugendkoordination

Mit offenen Armen empfangen: Ben Rudolph (Mitte) unterstützt im Bundesfreiwilligendienst die Jugendkoordinatoren von Grünheide – Martin Wiegold (rechts) und Felix Jahnke. Foto: Anke Beißer
Mit offenen Armen empfangen: Ben Rudolph (Mitte) unterstützt im Bundesfreiwilligendienst die Jugendkoordinatoren von Grünheide – Martin Wiegold (rechts) und Felix Jahnke. Foto: Anke Beißer

Die beiden Jugendkoordinatoren (Jukos) von Grünheide, Martin Wiegold und Felix Jahnke, haben seit längerer Zeit mal wieder personelle Unterstützung für ein ganzes Jahr. Denn mit Ben Rudolph hat jemand an ihre Tür geklopft, der im Bundesfreiwilligendienst (umgangssprachlich Bufdi) austesten will, ob die soziale Arbeit ein passendes Feld für seine berufliche Zukunft wäre. Damit steigt er in die Fußstapfen von Jahnke, der denselben Weg genommen hat.

Volltreffer bei der Berufswahl

Nach dem freiwilligen Jahr hat dieser in Berlin eine dreijährige Ausbildung zum staatlich geprüften Erzieher absolviert, dabei im praktischen Teil zwei Jahre im Hort und das dritte an der Seite von Wiegold gearbeitet. Für ihn sollte sich die Berufswahl als Volltreffer erweisen, und möglicherweise gilt das ja auch für Rudolph.

Mit Ben ins Gespräch gekommen

Der 17-Jährige kennt die zwei Jukos vom Schulhof auf dem Löcknitzcampus. Im Zuge ihrer mobilen Arbeit kommen diese tagtäglich mit Schülern ins Gespräch und weisen dabei nicht nur auf die Angebote in den Jugendclubs, sondern auch die allmontägliche Sport-AG hin. Über die wiederum ist Ben Rudolph zum Basketball gekommen und mittlerweile Mitglied der Sektion im Woltersdorfer Sportverein.

Schule abgebrochen

Eigentlich wollte der Altbuchhorster an der Docemus Privatschule sein Abitur machen, hat nach der 11. Klasse nun aber abgebrochen. „Ich habe gemerkt, dass das selbstorganisierte Lernen nichts für mich ist“, gibt er ehrlich zu. Aber wie weiter? Sowohl seine Mutter als auch Martin Wiegold sagten ihm, dass er gut mit Jugendlichen könne, ein offener Mensch sei, hilfsbereit und somit gut zu den Jukos passe. „Ich verstehe mich wirklich gut mit Leuten, habe keine Scheu auf sie zuzugehen und sie anzusprechen. Ich sage meine Meinung, höre aber auch anderen zu und bin kompromissbereit.“

Unterstützung der Jukos

Und so stand fest, wie das Jahr nach der vorzeitig beendeten Schule aussehen soll. Die jetzige Aufgabe führt zudem dazu, dass er am Ende die Fachoberschulreife erlangt, was ihm weitere Ausbildungsmöglichkeiten – zum Beispiel zum staatlich anerkannten Erzieher – eröffnet. Ob das seine Perspektive ist, will Ben Rudolph in den nächsten Monaten herausfinden. Er unterstützt die Jukos bei ihren Projekten, in der mobilen (Schulhof-)Arbeit, im Jugendclub und bei erwähnter Sport-AG.

Juleica-Ausbildung als Fundament

Das Rüstzeug für die Arbeit mit den Jugendlichen hat sich der 17-Jährige bei der sogenannten „Juleica“-Ausbildung in den Osterferien geholt. Da wusste er schon, dass er Bufdi werden möchte und ist noch mit in die bundesweit anerkannte Qualifizierung für ehrenamtliche Mitarbeiter in der Kind- und Jugendarbeit gerutscht.

Abwechslungsreich und überraschend

Mitte August ist er in den neuen Lebensabschnitt gestartet, die ersten Wochen haben dem jungen Mann schon mal gut gefallen. „Es ist ein cooler Job“, sagt er begeistert. Es sei sehr flexibel, was die Zeiten anbelangt, abwechslungsreich und überraschend hinsichtlich der Inhalte. „Und Martin hat mir in Aussicht gestellt, dass ich im zweiten Halbjahr, wenn ich weiß, ob der Erzieherberuf etwas für mich ist, ein Praktikum im Hort machen kann, um zu erfahren, ob ich lieber mit Kindern oder Jugendlichen arbeiten möchte.“ (Anke Beißer)