„Wir bekommen ein Baby.“ Mit diesem Satz beginnt der neue Lebensabschnitt als Familie. Und gerade wenn es der erste Nachwuchs ist, ändert sich der Blick auf das eigene Lebensumfeld. Orte und Plätze, die vorher zum täglichen Ablauf gehörten, werden durch Arztbesuche, Spielplatzerkundungen oder Spaziergehrunden abgelöst. Mit diesen neuen Routinen bekommen familienfreundliche Begegnungsstätten wie das Familienzentrum Grünheide auf dem Löcknitzcampus eine besondere Bedeutung. Denn hier gibt es Antwort auf viele (neue) Fragen. Um das Angebot frühzeitig für junge Familien ins Blickfeld zu rücken, pflegt die Gemeinde eine liebgewordenen Tradition: die Babybegrüßung.

Babybegrüßung als Erstkontakt
Bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr wurden vorigen Freitag (8. Mai) frisch gebackene Eltern samt Nachwuchs ins Familienzentrum eingeladen. 5 der 11 Eingeladenen folgten dem Aufruf und wurden von Mitarbeitern und ehrenamtlich Engagierten empfangen geheißen. Längst zeigt sich, dass es bei der Begrüßung der Neugeborenen zunehmend wichtiger wird, die Angebote der Gemeinde vorzustellen.
Wachstum durch Zuzug
Allein in den letzten Jahren (seit 2017) ist die Einwohnerzahl der Gemeinde um gut 700 Personen gestiegen. Anzunehmen, dass es oft durch Zuzug erfolgte und vorher kein großer Berührungspunkt zum 9300 Seelenort vorlag. Erkennen können dies die Mitarbeiterinnen des Eltern-Kind-Zentrums an den Fragen, die bei den Treffen aufgeworfen werden. Das Internet bietet zwar zu den klassischen Themen wie Geburt, Gesundheit und Familiengründung eine große Informationsflut. Doch ebenso wichtig ist die Alltagsfrage: Wo kann ich andere Eltern/Mütter treffen? Die kann das Team um Heike Falk, Leiterin des Eltern-Kind-Zentrums, facettenreich beantworten.

Begrüßungsbeutel mit Gewicht
Und ein weitere Service: Auf jedes Neugeborene wartet in Grünheide ein Begrüßungsbeutel, den es beim Empfang oder auch einem individuellen Besuch im Eltern-Kind-Zentrum mit auf den Weg gibt. Selbstverständlich steckt darin die ein oder andere Broschüre der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Dazu gehört zum Beispiel das Heft „Das Baby“ mit einer Zusammenstellung von Informationen über das 1. Lebensjahr. Aber auch kurze und knappe Flyer rund ums Schlafen, Stillen, Schreien sind ebenso beigelegt wie ein Gutschein fürs erste Bäckerbrötchen. Nicht fehlen dürfen Kuscheltuch, Lätzchen und Co. Was darüber hinaus am intensivsten besprochen wird, sind die kostenfreien Angebote im Familienzentrum – von der Geburt an bis ins Seniorenalter. Aus gutem Grund: In Zeiten, in denen Medienlandschaften nur über Kürzungen berichten, sind die Augen der Zuhörer besonders groß, wenn die Bandbreite der Angebote in den sechs Ortsteilen vorgestellt wird.
Einladung zum Wiedersehen
Ein schöner Nebeneffekt der Babybegrüßung sind die Bande die zwischen den Erwachsenen geknüpft werden – und ganz nebenbei auch für die Kinder. Man trifft sich einmal, man trifft sich wieder und so können Vertrauen und Bindung entstehen. Im besten Fall werden Kräfte freigesetzt, die zu Engagement führen und letztendlich die Vereins- und Ehrenamtsgemeinschaft beleben. Am vergangenen Freitag waren sich nicht nur Kerstin Voigt, Hebamme aus Hangelsberg und Hildegard Seidel, Strickliesel aus Kienbaum, einig, dass man sich wiedersehen würde. Auch unter den anwesenden Müttern wurden Nummern ausgetauscht und sich fürs das nächste FamilienKaffee im Familienzentrum verabredet. Jede Familie der Gemeinde ist eingeladen, eines der Angebote auszuprobieren. Vor allem die, die es bisher noch nicht geschafft haben. „Unsere Angebote können meist ohne vorherige Anmeldung genutzt werden. Jeder kann kommen und gehen, wie es in den eigenen Familienplan passt. Wir freuen uns auf ein erstes oder erneutes Treffen“, lädt Heike Falk ein. (Pauline Thiel)


