Blick des Monats Oktober 2026: Wandern in und um Grünheide (Mark)

Die Natur aktiv erleben: In und um Grünheide (Mark) gibt es Wanderrouten für die ganze Familie. Der Blick des Monats Oktober 2026 zeigt einige Beispiel auf. Fotos: Daniel Schlupsky, Anke Beißer/Monatge: Anke Beißer
Die Natur aktiv erleben: In und um Grünheide (Mark) gibt es Wanderrouten für die ganze Familie. Der Blick des Monats Oktober 2026 zeigt einige Beispiel auf. Fotos: Daniel Schlupsky, Anke Beißer/Monatge: Anke Beißer

Wandern erfreut sich in und um Grünheide großer Beliebtheit. Es lohnt nicht nur für Ortsfremde, eine längere oder auch kürzere Strecke unter die Füße zu nehmen. Denn die verschiedenen Strecken haben ihre individuellen Reize. Die Unterschiedlichkeit der Jahreszeiten kommt als weiterer Trumpf hinzu. Der Herbst hat dafür als Malermeister seine ganz eigene Kulisse geschaffen. Deshalb hat sich Anke Beißer im „Blick des Monats“ einigen ausgewählten Wandertipps im Grünheider Wald- und Seengebiet gewidmet.

Schöner Platz zum Verweilen: Auf der Seeblick-Runde um den Peetzsee darf am Sandstrand nicht vorbeigelaufen werden. Foto: Anke Beißer
Schöner Platz zum Verweilen: Auf der Seeblick-Runde um den Peetzsee darf am Sandstrand nicht vorbeigelaufen werden. Foto: Anke Beißer

Den Anfang macht die Fünf-Kilometer-„Seeblick-Runde“ um den Peetzsee.
Möglicher Start- und Zielpunkt ist die Tourist-Information am Grünheider Marktplatz, wo es auch Parkmöglichkeiten gibt. Alternativ könnte das Auto auch bequem auf den Parkplätzen in der Straße Am Schlangenluch nahe dem Badestrand abgestellt werden. An der Runde an sich ändern sich so nur Beginn und Ende. Die Strecke führt weitgehend über befestigte Wege, vorbei an historischen Orten und durch naturnahe Uferabschnitte. Für Familien hält sie die Möglichkeit von Zwischenstopps auf dem Spielplatz in Altbuchhorst und mit einem kleinen Umweg am Mönchwinkler Weg nahe der Grünheider Ortsmitte bereit. Auch der Bürgerpark bietet sich für eine kleine Pause an. Zur Seeblick-Runde geht es hier.

Hübsches Ambiente: Zum Verweilen laden am Eichbrand (Werlsee-Südstrand) jetzt Tisch und Bänke ein. Foto: Anke Beißer
Hübsches Ambiente: Am Eichbrand (Werlsee-Südstrand) laden Tisch und Bänke samt wunderbarer Aussicht zu einer Pause ein. Foto: Anke Beißer

Etwa doppelt so lang, aber trotzdem noch gut an einem halben Tag zu schaffen, ist die vom Tourismusverband Seenland Oder-Spree mit dem Beinamen „Spätaufsteher-Tour“ versehene Wanderung „Vom Löcknitz-Fluss zum Baden an den Werlsee“. Auch wenn das Thema Baden im Freiwasser für die meisten in diesem Jahr wohl abgeschlossen ist, weniger attraktiv macht es den 10,5 Kilometer langen Rundkurs vom und zum Bahnhof Fangschleuse nicht. Bei der Gelegenheit kann gleich der neue, im August in Betrieb gegangene Verkehrshalt samt Nebenanlagen in Augenschein genommen werden. Die Strecke führt zunächst durch den Wald, in der Folge am Werlseeufer entlang bis hin zum Bürgerpark am Peetzsee. Von hier aus geht es nach einer Weile vorbei am Schildkrötengehege auf dem Löcknitzcampus, bis – auf dem Rückweg Richtung Gottesbrück – in die urwüchsige Natur des Löcknitztales eingetaucht werden kann. Zur Tour „Vom Löcknitz-Fluss zum Baden an den Werlsee“ geht es hier.

Perfekt für neugierige Naturfreunde: Der Waldwichtel Wupatz begleitet die Wanderer entlang des Lehrpfads. Hier gibt es Wissenswertes und Erstaunliches zu erfahren. Fotoarchiv: Anke Beißer
Perfekt für neugierige Naturfreunde: Der Waldwichtel Wupatz begleitet die Wanderer entlang des Lehrpfads. Hier gibt es Wissenswertes und Erstaunliches zu erfahren. Fotoarchiv: Anke Beißer

Eine weitere „Spätaufsteher-Tour“ trägt die Überschrift „Verwunschenes Löcknitztal“ – und das zu Recht. Denn besonders im Herbst verwandelt sich das idyllische Bachtal zuweilen in einen mystischen Ort. Hinter der 8 Kilometer langen Empfehlung verbirgt sich zwar eine A-zu-B-Tour, dank der RE-1-Halte in Fangschleuse und Erkner ist das aber logistisch leicht zu meistern. Der Reiz dieser Tour wird vom abwechslungsreichen Mix geprägt, den Mutter Natur hier zu bieten hat. Uriger Wald, Sumpflandschaft, kleine Auenwiesen – das Szenario lässt den Eindruck entstehen, in einem Urwald unterwegs zu sein, fernab der Zivilisation. Der Ausflug bietet neben der körperlichen Erholung noch einen kleinen Nebeneffekt. Denn ein Teil der Strecke gehört zum „Wupatz-Lehrpfad“. Hier hat der Waldwichtel das Sagen und bringt an 16 Stationen und mit interaktiven Angeboten den Ausflüglern die hiesige Flora, Fauna und (eiszeitlich geprägte) Landschaftsstruktur näher – besonders geeignet für jene, die mit Kindern unterwegs sind. Zur Tour„Verwunschenes Löcknitztal“ geht es hier.

Traumhafte Kulisse: Das Löcknitztal wirkt mystisch und urwüchsig, lässt der Mensch der Natur hier doch ihren Raum. Fotoarchiv: Anke Beißer
Traumhafte Kulisse: Das Löcknitztal wirkt mystisch und urwüchsig, lässt der Mensch der Natur hier doch ihren Raum. Fotoarchiv: Anke Beißer

Durch die Verlegung des Bahnhofs Fangschleuse in Richtung Westen ist die „Entdeckertour – Entlang der Löcknitz“ zwar etwas länger geworden, bietet so aber ein noch intensiveres Erleben des naturbelassenen Löcknitztales. Die Strecke misst heute statt 8 rund 11 Kilometer, ist damit aber noch immer ein moderates Angebot. Auch hier kann einem angrenzenden Lehrpfad Beachtung geschenkt werden. Diese zusätzliche Schleife auf den Spuren des Waldmännleins von rund zwei Kilometern bedeutet an seinen 16 Stationon in jedem Fall Spaß und Wissenszuwachs. Erst im Mai eingeweiht, ist er bestimmt noch nicht allen bekannt. Nach einem Stopp am nahegelegenen Gedenkstein für die im Juni 2024 vom Sturm umgeworfene Fontane-Kiefer und den an sie erinnernden Rest wartet im weiteren Wegverlauf die Forellenanlage Klein Wall als perfekter Ort für eine Pause und zur Stärkung auf die Wandersleute.

Die zweite Hälfte der Tour trägt dann einen ganz anderen Charakter. Während anfangs das Bachtal mit seinen angrenzenden Wiesen der Hauptdarsteller ist, nimmt nun der Wald diese Rolle ein. In Hangelsberg endet die Tour direkt am Bahnhof. Somit stellt diese A-B-Strecke ebenfalls kein Problem für die An- und Abreise dar. Und wer dann noch immer nicht genug hat, kann anschließend eine kleine Runde auf den Spuren historischer Orte durch den Ortsteil drehen. Zur „Entdeckertour – Entlang der Löcknitz“ geht es hier.

Spielplatz-Abenteuer: Am Nordufer des Möllensees in Kagel-Finkenstein wird wohl keine Familie mit Kindern einfach vorbeilaufen. Foto: Katrin Erfurth
Spielplatz-Abenteuer: Am Nordufer des Möllensees in Kagel-Finkenstein wird wohl keine Familie mit Kindern einfach vorbeilaufen. Foto: Katrin Erfurth

Wie der Werl- und der Peetzsee lässt sich auch der Möllensee gut zu Fuß umrunden. Die „Möllenseerunde“ – so der nachvollziehbare Name der Strecke – misst gut 9 Kilometer und führt über weite Teile in Ufernähe sowie fast ausschließlich über vom Wald geschützte Wege. Mit wachem Blick – und etwas Ortskenntnis – lässt sich auf dem nordwestlichen Abschnitt der Tour die in Naturstein gefasste Spiegelquelle entdecken. Am weitgehend unberührten Nordufer führt der Weg zudem über Holzbohlendämme, die das Quellgebiet des Möllensees begehbar machen. Am Scheitelpunkt des Weges, in Finkenstein, kommen Kinder ganz besonders auf ihre Kosten. Denn der Spielplatz mit Piratenschiff bietet sich nicht nur für eine kürzere Pause an, sondern durchaus für eine etwas längere Verweildauer. Nicht nur die erste Hälfte, auch die zweite Hälfte der Tour führt vorbei an einem in Brandenburg sehr beliebten Naturcampingplatz. Aktuell ist die Gemeinde übrigens dabei, die Beschilderung auf dem Weg dort, wo es erforderlich ist, zu erneuern. Zur „Möllenseerunde“ geht es hier.

Wer kennt sie nicht? Die Froschbrücke: Vier Skulpturen wachen über die Löcknitz. Die Perspektive des Fotos ist auf den Wanderweg gerichtet, der sich am gegenüberliegenden Ufer unter der Autobahn hindurchschlängelt. Fotoarchiv: Anke Beißer
Wer kennt sie nicht? Die Froschbrücke: Vier Skulpturen wachen über die Löcknitz. Die Perspektive des Fotos ist auf den Wanderweg gerichtet, der sich am gegenüberliegenden Ufer unter der Autobahn hindurchschlängelt. Fotoarchiv: Anke Beißer

Neben den von der Kilometerzahl her recht entspannten Distanzen gibt es zudem Angebote für jene, die gern etwas länger unterwegs sind. So durchstreift zum Beispiel die 12. Etappe des „66-Seen-Wanderwegs“ das Grünheider Gebiet und nennt sich „Durch das Löcknitztal von Woltersdorf nach Hangelsberg“. Dahinter verbirgt sich ein 18 Kilometer langer Abschnitt des überregionalen Wanderwegs. Er spart nicht an Reizen, will aber, was die An- und Abfahrt anbelangt, gut geplant sein.
Der mit einem blauen Punkt auf weißem Grund gekennzeichnete Weg startet an der Schleuse in Woltersdorf nebst nahegelegener Liebesquelle. Leider kann der ebenfalls nur einen kurzen Spazierweg entfernte Aussichtsturm auf dem Kranichsberg mit seiner Ausstellung zur Filmgeschichte von Woltersdorf aktuell nicht besucht werden, da er einsturzgefährdet ist. Nur wenige Meter entfernt von dem am Ausflugsort wahrlich pulsierenden Leben kann in die Ruhe der Natur abgetaucht werden. Es geht entlang der Löcknitz über den Waldpoesie-Pfad nach Erkner. Es schließen sich (bereits oben beschriebene) Abschnitte vorbei am Wupatzsee, entlang der Löcknitz bis nach Hangelsberg an. Es ist die Gelegenheit, die für Grünheide prägende Natur statt etappenweise in einem Zug zu entdecken und zu genießen. Zu beachten ist hier, dass es aufgrund der Bauarbeiten nördlich vom Bahnhof Hangelsberg eine kleine, jedoch ausgewiesene Streckenänderung gibt. Zur Tour „Durch das Löcknitztal von Woltersdorf nach Hangelsberg“ geht es hier.

Große Tränke: Sie ist sowohl für das Wehr als auch für die Schleuse ein Begriff. An ihr treffen die Spree und der Oder-Spree-Kanal aufeinander. Fotoarchiv: Anke Beißer
Große Tränke: Sie ist sowohl für das Wehr als auch für die Schleuse ein Begriff. An ihr treffen die Spree und der Oder-Spree-Kanal aufeinander. Fotoarchiv: Anke Beißer

Noch einmal ist der Bahnhof Fangschleuse Ausgangspunkt für eine Wanderung, für die mehr Ausdauer erforderlich ist. Es handelt sich um den „Jakobsweg zwischen Grünheide und Fürstenwalde“. Auch hier müssen aufgrund der Bahnhofsverlegung bei An- und Abreise mit dem Regionalexpress ein paar Kilometer mehr in Kauf genommen werden. Die bisher beschriebene Tour startet am alten Bahnhof Fangschleuse. Der Punkt muss nun vom neuen Verkehrshalt über Gottesbrück und das Löcknitztal angesteuert werden. Durchaus reizvolle, aber zusätzliche rund 4 Kilometer für die bisher 23 Kilometer lange Strecke. Es geht in der Folge durch den Wald in Richtung Störitz, weiter über Mönchwinkel bis zur Großen Tränke und dann entlang der Spree bis nach Fürstenwalde – abwechslungsreich und durchaus lohnenswert. Zum „Jakobsweg zwischen Grünheide und Fürstenwalde“ geht es hier.

Infos und weitere Tipps gibt es in der Tourist-Information Grünheide, Am Marktplatz 3. Zur Homepage geht es hier.