Als der Sturm im Juni 2024 die „Fontane-Kiefer“ im Löcknitztal umgeworfen hat, waren zwei Dinge ganz schnell entschieden: Sie soll dort liegen bleiben, sagte der Forstbetrieb Hangelsberg. Und es soll in angemessener Weise an sie erinnert werden, entschied der Ortsbeirat von Grünheide. Schließlich wird vermutet, dass Theodor Fontane auf seinen Wanderungen durch die Mark einst an jenem Baum vorbeigekommen ist. Das macht ein wenig stolz und ist zugleich ein schönes Markenzeichen für den vorbeiführenden Wanderweg durch das Löcknitztal.
Enthüllung am Samstag, den 9. Mai
Der Ortsbeirat hatte sodann die Bürger befragt, was es denn werden soll: ein Denkmal, eine Stele oder ein Findling mit Inschrift? Die Wahl fiel auf letzteres. Und nun ist das Erinnerungsstück fertig. Es soll am Samstag (9. Mai), um 11 Uhr, erstmals der Öffentlichkeit präsentiert werden. Wie das Ergebnis aussieht? Darüber wird noch Stillschweigen bewahrt. „Es soll eine Überraschung sein, der Stein gemeinsam enthüllt werden“, kündigt Uwe Werner vom Ortsbeirat an. Er hat sich dem Projekt federführend angenommen.
Schwerstarbeit geleistet
Bis hierher war es ein „steiniger“ Weg. Ein geeigneter Findling war zwar rasch ausgemacht: Ortskundige wussten von einem Exemplar, welches am Ufer des Möllensees unweit der einstigen Touristenstation liegt. Den Koloss von dort an seinen neuen Bestimmungsort zu bringen, war allerdings nicht ohne professionelle Hilfe möglich. Die kam von der Containerdienst GmbH aus Fürstenwalde. Ende November vorigen Jahres wurde der 3,2 Tonnen schwere, etwa einen Meter hohe und 1,60 m breite Stein ins Löcknitztal bugsiert.
„Eisenfresser“ im Einsatz
Was nun noch fehlte, war die Inschrift. Damit wurde Heike Ferch-Struck aus Braunsdorf beauftragt. Die Steinmetzmeisterin fertigte eine 42 mal 30 Zentimeter große Granitplatte, die in einer Kombination aus Grafik und Schrift an die „Fontane-Kiefer“ erinnert. Die Tafel soll im Stein plan aufliegen und mit Stiften verankert werden. Das allerdings sei gar nicht so einfach, sagt die Braunsdorferin auf GiB-Nachfrage. Denn Findlinge ließen sich schwer bearbeiten, seien ein sehr zähes Material, in ihrer Zunft „Eisenfresser“ genannt. „Sie setzen den Werkzeugen sehr zu, machen sie schnell stumpf.“
Prominenter Besuch angekündigt
Bis Samstag ist das aber alles erledigt und wird bis zur Einweihung von einem Tuch umhüllt. Dieses wiederum soll kein Geringerer als Theodor Fontane abnehmen. Er werde, so die Ankündigung von Uwe Werner, von „zwei Grünheider Mädels in Grünheider Tracht“ – also Grün und Weiß gekleidet – vom Löcknitzwanderweg zum Stein geleitet. „Hier kommt der Grünheider Carneval Klub ins Spiel, freut sich Werner über die Unterstützung. Und nachdem ein wenig über die Geschichte der Kiefer und den Weg bis zum Erinnerungs-Stein erzählt wurde, wird das Geheimnis gelüftet.
Spaziergang zum Sektempfang
„Wir laden zu 11 Uhr zu der kleinen Zeremonie an die Schutzhütte, oberhalb der Kiefer ein“, sagt Uwe Werner. Es gebe einen Sektempfang, mit und ohne Alkohol, sowie einen kleinen Imbiss. Bis hierher sind es vom Wanderparkplatz an der Großen Wallbrücke sowie von der „Schulkreuzung“ jeweils rund 1,7 Kilometer in Richtung Klein Wall. Der Weg zur Kiefer und zum Stein wird ausgeschildert sein. (Anke Beißer)


