Bahnhofsvorplatz – Parkdeck vor dem Wintereinbruch fertig geworden

Wer beobachten will, wie die Arbeiten am künftigen Verkehrshalt Fangschleuse (neu) vorankommen, muss mit dem Regional-Express vorbeifahren oder auf der Autobahn in Höhe der provisorischen Tesla-Anschlussstellen einen lange Hals machen. Das Baufeld ist nur schwer einsehbar, was das Vorhaben für Neugierige umso spannender macht. Immerhin ist im Dunkeln eine Laternenreihe zu sehen – und zwar kein Baustellenlicht. Es ist das zweigeschossige Parkdeck mit 311 Stellplätzen, das bereits fertig ist. Wie Bettina von Jutrzenka, im Grünheider Rathaus für den Tiefbau und somit das Projekt Bahnhofvorplatz zuständig – zumindest jenen Teil des Vorhabens, der in der Verantwortung der Gemeinde liegt – berichtet, war bereits kurz vor Weihnachten die Bauabnahme. „Das Parkdeck ist ein halbes Jahr eher fertig geworden als geplant. Es fehlen nur noch die Fugen und die Markierung, aber dafür ist es aktuell zu kalt.“ Die Beleuchtung übrigens wird über eine Astro-Uhr gesteuert und verfügt zudem über Bewegungsmelder. Ebenso aufgestellt und angeklemmt wurden noch vor dem Jahreswechsel die zwei Trafo-Stationen.

Blick ins Parkdeck: Die ebenerdige Etage ist gepflastert und verfügt als Lichtquelle über Bewegungsleuchten. Foto: Bettina von Jutrzenka
Parkdeck eins: Die ebenerdige Etage ist gepflastert und verfügt als Lichtquelle über Bewegungsleuchten. Foto: Bettina von Jutrzenka
Parkdeck zwei: Die obere Etage verfügt über eine betonierte Fahrbahn. Hier fehlen witterungsbedingt noch die Fugen und die Markierung. Foto: Bettina von Jutrzenka
Parkdeck zwei: Die obere Etage verfügt über eine betonierte Fahrbahn. Hier fehlen witterungsbedingt noch die Fugen und die Markierung. Foto: Bettina von Jutrzenka

Ansonsten herrscht aktuell relative Ruhe auf dem Areal. Ausgerechnet in diesem Jahr fällt der Winter so frostig aus, dass die Arbeiten stoppen mussten. Denn laut der Rathaus-Mitarbeiterin sind bei den aktuellen Temperaturen und dem gefrorenen Boden weder Erd- noch Elektroarbeiten möglich. Zwar seien im Bauablauf eineinhalb Monate für witterungsbedingte Unterbrechungen eingeplant, aber bei der sportlichen Maßgabe, Mitte August fertig sein zu sollen, wäre das ein auch anderweitig gern zu nutzender Puffer gewesen.

Aufstellen der Dächer im Wartebereich steht bevor

Immerhin soll noch im Januar mit dem Aufstellen der drei Dächer für den Wartebereich am Busbahnhof begonnen werden. Die Fundamente hierfür waren vor dem Kälteeinbruch fertig, sodass es hier weitergehen kann. Gebohrt sind zudem bereits die erforderlichen Brunnen für Trink- und für Löschwasser nördlich und südlich der Bahntrasse. „Die Regenentwässerung ist ebenfalls schon in der Erde. Und auch die sogenannte Schwammstadt unter den drei vorgesehenen Pflanzinseln auf dem Bahnhofsvorplatz ist angelegt.“ Wie Bettina von Jutrzenka erklärt, ist die Schwammstadt ein ausgeklügeltes unterirdisches System, das dafür sorgen soll, das Regenwasser lokal zu speichern und versickern zu lassen anstatt es abzuleiten. Dank der eingebauten Rigolen und der so gleich einem Schwamm feucht gehaltenen Erde soll auch das darüber angepflanzte Grün mit Wasser versorgt werden.

Noch vor dem Frost gepflastert: Die Kiss&Ride-Fläche hat schon gut sichtbar Gestalt angenommen. Foto: Bettina von Jutrzenka
Noch vor dem Frost gepflastert: Die Kiss&Ride-Fläche hat schon gut sichtbar Gestalt angenommen. Foto: Bettina von Jutrzenka

Schon gut vorangekommen ist die Gemeinde auch bei den ihr obliegenden Pflasterarbeiten – zum Beispiel auf der „Kiss and Ride“-Fläche mit künftig 18 Halteplätzen. Noch warten muss der eigentliche Bahnhofsvorplatz. Neben den Pflanzinseln und ein paar Bänken wird er übrigens mit einem Pavillon ausgestattet, den wiederum Tesla errichtet. „Der Antrag soll jetzt gestellt werden, damit ab März gebaut werden kann“, sagt Bettina von Jutrzenka. Der Pavillon soll einen Bäcker beherbergen und einer 24 Stunden geöffneten Toilette Platz bieten.

Rücksichtnahme und intensive Abstimmung

Was das Großprojekt nach wie vor so besonders macht, ist des Geflecht an unterschiedlichen Bauherren (Deutsche Bahn, Landesbetrieb Straßenwesen, Gemeinde Grünheide) und sechs Auftragnehmern auf dem Bahnhofsvorplatz, die aufeinander Rücksicht nehmen und sich intensiv abstimmen müssen, damit ein Rädchen ins andere greift und alle Puzzleteile planmäßig fertig werden. (Anke Beißer)