Derzeit weilt eine Delegation der Konrad-Adenauer-Stiftung aus Südafrika in Deutschland. Sie ist hierher gereist, um Beispiele für „Gute Regierungsführung und moderne Verwaltung auf lokaler Ebene“ kennenzulernen. Am Donnerstag (30. April) hat sie Grünheide besucht. Schließlich ist es weltweit kein Geheimnis, dass sich Tesla mit seiner Gigafactory Berlin-Brandenburg in der Gemeinde angesiedelt hat. Das ist ein Projekt, das seinesgleichen sucht, von einer Vielzahl von Hürden und dem Beschreiten neuer Wege begleitet ist, aber auch Kritiker auf den Plan gerufen hat. Die ausländischen Gäste wollten von Bürgermeister Arne Christiani und seinem Verwaltungsteam wissen, was eine hiesige Gemeinde gegenüber einem multinationalen Konzern steuern kann und wo diese Steuerung an ihre Grenzen stößt.
Interesse an Grünheider Erfahrungen
Anlass sei, dass die Mitglieder der Delegation die hier gesammelten Erfahrungen für vergleichbare Großprojekte in Südafrika nutzen wollen. „Südafrikas Kommunen leiden unter finanziellen Engpässen, maroder Infrastruktur und schwachen Basisdiensten. Eine Reform der lokalen Regierungsführung ist daher dringend nötig. Deutschlands transparente und bürgerorientierte Kommunalverwaltung bietet trotz eigener Herausforderungen wertvolle Orientierung. Das Dialogprogramm soll einen Erfahrungsaustausch ermöglichen und südafrikanische Partner vor den Kommunalwahlen 2026/2027 bei der Stärkung von Leistungsfähigkeit, Integrität und öffentlichem Vertrauen unterstützen“, heißt es seitens der Delegation, die von Gregor Jaecke, Leiter des Südafrika-Projektes der Konrad-Adenauer-Stiftung, begleitet wird.
Beiderseitiger Erfahrungsaustausch
„Unsere Gäste hatten großes Interesse daran, wie in Brandenburg Entwicklungsprozesse und Visionen auf kommunaler Ebene gestaltet werden können und welche Schwerpunkte dabei wie priorisiert werden“, sagte Bürgermeister Arne Christiani nach dem Treffen. Der beiderseitige Erfahrungsaustausch sei unter anderem zu Themen wie Bildung und Kultur, Infrastrukturmaßnahmen und Wirtschaftsförderung, aber auch zu Arbeitsabläufen in den Verwaltungen sowie der Organisation der Feuerwehren erfolgt. „Um eine Region richtungsweisend entwickeln zu können, ist eine starken Zusammenarbeit der Kommunalpolitik mit der Verwaltung und der Bürgerschaft unabdingbar. Nur gemeinsam kann eine gesicherte Zukunft entstehen“, haben die Grünheider ihren südafrikanischen als Fazit mit auf den Weg gegeben. (Anke Beißer)
Zu Besuch waren: Queen Xulu (Bürgermeisterin der Kommunalverwaltung uMlalazi), Ayanda Allie (Abgeordnete des Landesparlaments von Gauteng für die Partei Build One South Africa (BOSA)), Nicki Brits (leitende Mitarbeiterin der Inkatha Freedom Party (IFP) und Mitglied des Verwaltungsausschusses (Manco)), Rafael Leite (Experte für öffentliche Verwaltung und derzeit Stipendiat des Bundeskanzler-Stipendiums der Humboldt-Stiftung) sowie Nina Krasel und Gregor Jaecke für die Konrad-Adenauer-Stiftung


