Grünheide auf dem Weg zum Ausbau der Lade-Infrastruktur

Wer auf mehr E-Mobilität setzen will, muss sich auch um die Lade-Infrastruktur kümmern und diese möglichst attraktiv gestalten. Vor diesem Hintergrund haben sich die Grünheider Gemeindevertreter auf Antrag der Fraktion SPD/Bündnis 90 Die Grünen mit dem Thema befasst und einen bei zwei Enthaltungen mehrheitlichen Beschluss gefasst. Die Verwaltung wurde beauftragt zu prüfen, auf welchen kommunalen Liegenschaften die Bereitstellung von Ladesäulen für Elektrofahrzeuge technisch und wirtschaftlich sinnvoll möglich ist.

Prüfung der punktuellen Ausbaumöglichkeiten

In die Betrachtung sollen folgende Standorte einbezogen werden:

  • Rathaus Grünheide
  • Schulen und Kindertagestätten im Gemeindegebiet
  • Bürgerhäuser im Gemeindegebiet
  • Bahnhof Fangschleuse (neu) und Verkehrsstation Hangelsberg
  • Touristisch genutzte Orte (zum Beispiel Badestellen)
  • Parkflächen an Feuerwachen und weiteren öffentlichen Einrichtungen

Zudem soll die Verwaltung ausloten, ob es Fördermöglichkeiten oder Kooperationen mit Dritten (Energieversorger, Betreiber) gibt und spätestens zum 2. Quartal 2026 einen Umsetzungsvorschlag unterbreiten.

Formuliertes Ziel: bedarfsgerechte Lade-Infrastruktur

In der Beschlussbegründung heißt es, dass die Elektromobilität auch im ländlichen Räumen wie Grünheide stetig zunehme. Eine bedarfsgerechte Lade-Infrastruktur sei entscheidend für eine gelingende Mobilitätswende. „Die Gemeinde kann durch die Ausstattung ihrer eigenen Parkflächen mit Ladesäulen ein wichtiges Signal setzen und die lokale Lade-Infrastruktur entscheidend verbessern. Gerade an stark frequentierten kommunalen Einrichtungen besteht ein hohes Potenzial … Durch die strategische Platzierung können Ladezeiten effektiv mit anderen Aufenthaltszeiten kombiniert werden (z. B. Amtsgänge, Schulbesuche, Sportveranstaltungen)“, heißt es in der Argumentation.

E-Fahrzeuge für Verwaltung in Aussicht

Auf Nachfrage im zuständigen Tiefbauamt heißt es, dass eine erste Recherche zu Fördermöglichkeiten leider nicht zum Erfolg geführt habe. Aktuell sind trotzdem zwei Projekte im Werden: Unabhängig von dem Beschluss sollen fünf Rathaus-Stellplätze zeitnah mit drei Ladesäulen und insgesamt fünf Ladepunkten (jeweils 11 kW) ausgestattet werden. „Allerdings bleiben diese den Verwaltungsfahrzeugen vorbehalten“, betont Mitarbeiterin Bettina von Jutrzenka. Wie aus dem Hauptamt zu erfahren ist, werde es an einer Nutzung nicht mangeln. Die Fahrzeugflotte der Gemeinde verfügt aktuell über ein hybrides Fahrzeug, ein zweites soll laut Hauptamtsleiterin Julia Müller in den nächsten Monaten folgen. „Darüber hinaus laufen Leasingverträge für drei Autos aus und dafür werden wir drei neue, reine Elektrofahrzeuge beschaffen“, ergänzt sie. Auch hier lautet der Zeithorizont „die nächsten Monate“.

Platz für Ladesäulen: Am Rathaus sollen künftig Verwaltungsfahrzeuge mit Strom versorgt werden. Foto: Anke Beißer
Platz für Ladesäulen: Am Rathaus sollen künftig Verwaltungsfahrzeuge mit Strom versorgt werden. Foto: Anke Beißer

Kostenloses Laden am neuen Bahnhof Fangschleuse

Lademöglichkeiten für die Öffentlichkeit werden zudem am neuen Verkehrshalt Fangschleuse (neu) entstehen. Nachdem Tesla vor den Toren die Gigafactory in Süd einen großen kostenlosen Ladepark vorhält, will auch die Gemeinde für ihr Angebot auf dem künftigen Park & Ride am neuen Bahnhof von einer Bezahlung durch die Nutzer absehen. Laut Bettina von Jutrzenka werden auf der Parkfläche 10 Doppelsäulen (11 kW) für somit 20 Fahrzeuge errichtet.

E.dis verweist auf notwendige individuelle Netzanschlussprüfungen

Ob sich die Infrastruktur an bestimmten Standorten überhaupt verdichten lässt, setzt immer eine Nachfrage beim Netzbetreiber voraus. Deshalb hat „Grünheide im Blick“ sich an die E.dis gewandt und um Auskunft gebeten. Die Antwort von Pressesprecher Danilo Fox lautete sehr allgemein: „Grundsätzlich bin ich hier eher zuversichtlich, dass auch aufgrund der im Mai 2025 erfolgten Spannungsumstellung in der Mittelspannung sowie punktuellen Netzverstärkungen in der Gemeinde Grünheide Kapazitäten für E-Mobilitäts-Lade-Säulen zur Verfügung stehen. Allerdings sind auch hier, wie in allen Fällen, grundsätzlich zunächst individuelle Netzanschlussprüfungen durch unsere Experten im Hause vorzunehmen, um verbindliche Aussagen treffen zu können. Wesentlich ist dabei bspw. auch die jeweilige Leistungsanforderung für die angestrebte Ladelösung.“ (Anke Beißer)