Für Dienstag (10. Februar) war ab 15 Uhr eine Infoveranstaltung zum Status Quo wichtiger Projekte in der Gemeinde Grünheide und ein Ausblick bis 2029 angekündigt. Bereits um 14.30 Uhr waren die ersten interessierten Bürger vor Ort, um eingelassen zu werden. Im Saal des Hangelsberger Bürgerhauses hatten die Protagonisten der Vorhaben eine kleine Messe aufgebaut – gespickt mit vielen Grafiken, Fotos, Videos und vor allem Auskunft gebenden Fachleuten. „Grünheide im Blick“ war vor Ort und hat ein paar Beispiele zu den Präsentationen eingesammelt
Die Gemeinde
Schwerpunkt hier waren Informationen auf dem Weg zur staatlichen Anerkennung als Erholungsort, zum Katastrophenschutz und zur Grünheide-App. Dabei kamen bei ersterem Fragen zu touristischen Gastgebern, Freizeitmöglichkeiten und zum Veranstaltungskalender auf. Am zweiten Stand beantworteten Mitarbeiter der Stabsstelle Brand- und Bevölkerungsschutz vor allem Fragen zum Katastrophen-Leuchtturm, der künftig in der Löcknitzhalle auf dem Löcknitzcampus in Grünheide eingerichtet wird. Noch laufen hier Bauarbeiten für einen Anbau, die Vorbereitungen für die Ausstattung und Organisation des Anlaufpunktes für die Gemeinde sind aber schon in vollem Gange. Und wer die Grünheide-App mit fast täglich neuen Informationen noch nicht auf seinem Handy hat, konnte sie über den QR-Code gleich laden und sich in den Gebrauch einweisen lassen.
Deutsche Bahn InfraGo
Welche Fragen hier gestellt wurden? Laut Projektleiterin Sabrina Grunert ging es um die Notwendigkeit des neuen Verkehrshaltes für Fangschleuse schlechthin, die den Bau begleitenden Einschränkungen, den Zeitplan und das Wetter. Zwar besteht das Projekt ja aus einem neuen Verkehrshalt und tiefgreifenden Verbesserungen für den Güterverkehr, diesmal interessierten aber vor allem die Teile, die die Öffentlichkeit betreffen. Bei der grundlegenden Frage verwiesen die Bahnfachleute erneut darauf, dass künftig längere Züge in häufigerem Takt stoppen werden, was so am alten Standort nicht möglich gewesen wäre. Zudem spiele die Verlagerung des Lkw-Verkehrs auf die Schiene eine entscheidende Rolle. Zum Bauablauf hieß es, dass der Winter zwar einige Arbeiten ausgebremst hat, allerdings sei dort, wo es ging, weitergearbeitet worden. „Der Winter war im Zeitplan berücksichtigt und wenn es wieder geht, werden die Arbeiten intensiviert“, sagte die Projektleiterin. Schließlich soll der neue Verkehrshalt Mitte August in Betrieb gehen. Danach wird der alte bis zum Jahresende rückgebaut. Auch für den Teil Güterverkehr gelte das Jahresende als Fertigstellungstermin, um den Anschluss für die Industrie herzustellen. 2027 stünden dann nur noch Restarbeiten an.

Anbindung Verkehrshalt Fangschleuse (neu)
Wichtig für alle Bahnnutzer ist natürlich die verkehrliche Anbindung des neuen Verkehrshaltes. Was die Zufahrt für Autos und Busse anbelangt, so wird sie über eine neue Landesstraße geführt. Ihr Bau ist genauso im Gange wie der der Parkplätze und des Busbahnhofs. Das Doppel-Parkdeck ist bereits fertig, der Wartebereich am Busbahnhof im Entstehen. Laut der Bahn-Projekt-Mitarbeiter soll bis zum Jahresende die Baustraße, die nördlich der Bahntrasse verläuft, für Radfahrer frei gegeben werden. Die übrige Anbindung im Radverkehr obliegt dem Landkreis Oder-Spree. Der hat bekanntermaßen ein Konzept aufgestellt, das das gesamte Tesla-Umfeld betrachtet. Aus dessen Fortschreibung wird deutlich, dass das strahlenförmige Netz in seiner Umsetzung nun doch noch etwas länger dauert, als prognostiziert.

Vor allem aus südlicher Richtung geht es nicht in dem Rhythmus voran wie vorgesehen. Und auch der Anschluss über den Oberförstereiweg Richtung Erkner verzögert sich. Grund ist der sich nach hinten verschiebende Ausbau der Autobahn. Diese umfängliche Infrastrukturmaßnahme, deren Fundament in einem Planfeststellungsverfahren gelegt wird, kann mit den übrigen zeitlich nicht mithalten.

„Wir versuchen aber, vom Radweg Alte Poststraße zum neuen Verkehrshalt Fangschleuse als Überbrückung zumindest ein Provisorium hinzubekommen“, sagt Vize-Landrat Sascha Gehm. Den Anschluss von Gottesbrück, also Fangschleuse, aus, sieht er optimistisch. „Wir warten allerdings noch auf die Fördermittel, die am Haushalts-Beschluss des Landtags hängen.“ Der Kreis habe seine Hausaufgaben gemacht. Vermessung, Grundstückserwerb und alle artenschutzrechtlichen Aufgaben seien erledigt, die Ausschreibung der Bauleistungen vorbereitet. Gibt es grünes Licht für das Geld, könne losgelegt werden.
GreenWorkPark Grünheide in Hangelsberg
Das Team der ECE Group, ein Unternehmen der Hamburger Otto-Versandhausfamilie, wurde vor allem zum Schulneubau befragt. Der läuft, so die Botschaft, planmäßig. Im Sommer soll am Standort nördlich des Bahnhofs Einschulung gefeiert werden. Mit den Erstklässlern ziehen dann auch schon die Jahrgangsstufen 2 bis 4 ein.
Aber natürlich war auch die Entwicklung des Gewerbeparks von Interesse. Laut den Projektmitarbeitern werden aktuell Gespräche mit möglichen Discountern und Nahversorgern geführt. Ein Supermarkt werde jedoch erst angesiedelt, wenn schon ein bisschen mehr Leben im Gewerbepark eingezogen ist. Zuerst werde es um Produktions- oder Logistikfirmen gehen.

Grundvoraussetzung ist dabei die neue verkehrliche Anbindung. Und erste sichtbare Zeichen zeugen vom Fortschritt an der Stelle. Wesentlicher Teil der neuen Verkehrsführung ist die Umverlegung der bisherigen Verbindungsachse zwischen Kienbaum und Hangelsberg über den Bahnübergang. Die Trasse wird künftig etwa in Höhe des Ortseingangs in den GreenWorkPark geführt und an seinem westlichen Rand nach Süden über die Bahngleise hinweg als nördlicher Ast an die Kreuzung Hangelsberg/Freienbrink/

Umfeld Bahnhof Hangelsberg
Gefühlt am stärksten nachgefragt war der Stand, an dem Birgit Flügge von der Landesentwicklungsgesellschaft für Städtebau, Wohnen und Verkehr des Landes Brandenburg mbH i. L. zum Bahnhofsumfeld Hangelsberg Rede und Antwort stand. Hier wird es eine Umgestaltung geben, soll künftig eine Brücke – von der Verwaltung mit dem Arbeitstitel „Baumwipfelpfad“ bedacht – die Bahngleise queren. „Es gab ein großes Interesse an Information. Dass das Projekt anfangs umstritten war, von den Bürgern ein Tunnel bevorzugt worden wäre, war kein Thema mehr“, sagt Birgit Flügge. Es habe sie gefreut, dass es offenbar ein Einsehen gegeben hat, dass die mit einem Planfeststellungsverfahren verbundene Tunnellösung keine ernsthafte Alternative gewesen wäre. Viel Aufmerksamkeit sei der ersten Planzeichnung geschenkt worden. Sie bildet die Grundlage für den aufzustellenden Bebauungsplan. Für diesen werde im März die frühzeitige Beteiligung der Behörden und Verbände erfolgen und parallel dazu die Entwurfsplanung begonnen.

Sehr genau hätten Bürger hinsichtlich der Parkplätze nachgefragt. „Wir haben uns da an den Bestand und vor allem an den ermittelten Bedarf gehalten“, erläutert die Projektbetreuerin. Allerdings sieht der erste Entwurf auch Flächen für eine optionale Erweiterung vor. „Für die Flächen würde es dann zwar keine Förderung geben, die Gemeinde könnte die Parkplätze aber auf eigene Kosten bauen.“ Was den Zeitplan anbelangt, so gibt es noch eine ganze Reihe an Dingen im Vorfeld abzuarbeiten. Dazu zähle neben der Bauleitplanung, die die gemeindlichen Gremien voraussichtlich ab Sommer weiter beschäftigen wird, die Kreuzungsvereinbarung mit dem Landesstraßenbetrieb und der Deutschen Bahn, die vom Bund genehmigt werden muss. Zudem muss die Finanzierung gesichert werden. „Die bauliche Genehmigung erteilt letztlich der Landkreis“, betont Birgit Flügge. Mit einer Fertigstellung des Projektes ist – Stand heute – Ende des ersten Halbjahres 2027 zu rechnen. (Anke Beißer)


