Mit dem Back-Wolf in der Weihnachtsbäckerei

Es muss nicht immer Stolle sein. Oder nicht nur. So jedenfalls lässt sich das Motto der diesjährigen Back-Kurse mit dem Back-Wolf Wolfgang Scharmer in der Vorweihnachtszeit überschreiben. Natürlich kommen seine jeweils acht Gäste vor allem wegen der traditionellen Stollen-Bäckerei. Aber, auch das hat Tradition, der Mönchwinkler Bäckermeister i.R. überbrückt die Zeit, in denen die Laibe ruhen, gern mit einer weiteren Empfehlung. Und diesmal heißt diese Mohn- und Nuss-Striezel.

Mal was anderes: Mohnstriezel sind Wolfgang Scharmers Favorit. Und so hat er sie auch mit seinem Kurs in der Begegnungsstätte Mönchwinkel gebacken. Fotos: Anke Beißer, Wolfgang Scharmer
Mal was anderes: Mohnstriezel sind Wolfgang Scharmers Favorit. Und so hat er sie auch mit seinem Kurs in der Begegnungsstätte Mönchwinkel gebacken. Fotos: Anke Beißer, Wolfgang Scharmer

Warum die Wahl auf diese süße Leckerei fiel, ist schnell erzählt: Sie sind Scharmers persönliche Favoriten. Mit der Mohnvariante ist er in diesem Jahr auch bei der Stollenprüfung in Fürstenwalde angetreten und hat die Jury auf ganzer Linie überzeugt. Geht es denn aber bei den Scharmers zu Weihnachten ganz ohne Stolle zu? „Nein, zumindest eine kleine kommt mit auf den Tisch.“

Plätze im Back-Kurs sind sehr begehrt

Die Backkurse in der Begegnungsstätte in Nachbarschaft zum Heimatmuseum in Neu Mönchwinkel bringt vornehmlich Frauen unterschiedlichster Generationen aus allen Grünheider Ortsteilen und sogar dem Umland zusammen. Manche sind jedes Jahr dabei, anderen gelingt es über Empfehlung einen der begehrten Plätze zu ergattern. Und andere, wie die IG Freienbrink, buchen gleich zusammen einen Kurs.

Backen in Gemeinschaft: Die Kurse von Wolfgang Scharmer (Mitte) sind sehr beliebt. Manche Teilnehmer sind neu, andere komme jedes Jahr. Geschätzt wird die fachliche Anleitung und die lockere Atmosphäre. Foto: Anke Beißer
Backen in Gemeinschaft: Die Kurse von Wolfgang Scharmer (Mitte) sind sehr beliebt. Manche Teilnehmer sind neu, andere kommen jedes Jahr. Geschätzt wird die fachliche Anleitung und die lockere Atmosphäre. Foto: Anke Beißer

Für Sylvia Bülow aus Hennickendorf und Silvia Steiners aus Grünheide darf der Termin im vorweihnachtlichen Kalender schlichtweg nicht fehlen. Und dass, obwohl für die Frauen das Stollenbacken an sich gar kein Neuland war. „Es macht in der Gemeinschaft aber mehr Spaß und wir können uns nebenbei gut unterhalten. Die Stimmung ist immer sehr schön“, sagt Sylvia Bülow, die mit ihrer Freundin aus Grünheide auch gemeinsam zum Yoga geht. Auch dabei spielt das Erlebnis in der Gruppe, der Kontakt zu Gleichgesinnten eine wichtige Rolle.

Es ist vollbracht: Nach 50 Minuten im mobilen Holzbackofen (rechts) waren die leckeren Stollen fertig. Fotos: Oliver Kamphans, Wolfgang Scharmer
Es ist vollbracht: Nach 50 Minuten im mobilen Holzbackofen (rechts) waren die leckeren Stollen fertig. Fotos: Oliver Kamphans, Wolfgang Scharmer

Gut, dass der Back-Wolf für seinen Kurs einen Zeitplan hat, damit bei aller Gemütlichkeit das Backen auch gelingt. Vorab hat er schon das Hefestöckel angesetzt und es eineinhalb Stunden gehen lassen. Jeder Teilnehmer bekommt eine Schüssel mit Zucker, Vanillinzucker, Salz und Butter sowie ein Kilogramm Mehl. Dann heißt es erst einmal kneten, kneten, kneten. Und ausruhen. Später werden Mandeln, Zitronat und (mit Rum beschwipste) Rosinen zugefügt. Dabei reicht Scharmer gleich noch eine pfiffige Technik fürs Einarbeiten letzterer weiter: Der Teig wird als Viereck ausgelegt, dort kommen die Rosinen drauf und werden vom Teig abgedeckt. Dann wird abwechselnd gedrückt und wieder Teig darüber gefaltet. „So verbinden sie sich besser mit dem Teig“, lautet der Tipp des Profis.

Stollen wandert in den Holzbackofen

Auf Bittermandel und Zitronenabrieb verzichtet er. „Das mag halt nicht jeder, und wer zu Hause nachbäckt, kann es ja dort hinzufügen.“ Apropos backen: Dafür heizt Scharmer seinen mobilen Holzbackofen an. Anders als ein herkömmlicher Herd wird dieser statt auf 240 sogar auf 280 Grad erhitzt. Mit dem Effekt, dass sich die Poren der Laibe schnell schließen und der Stollen so saftiger bleibt.

Kaffeekränzchen in den Pausen

Wer schon einmal Stolle gebacken hat weiß, dass es hierbei immer Pausen gibt. Die füllt Scharmer mit einem Kaffeekränzchen. Doch bevor das beginnt, werden eingangs erwähnte Striezel noch höchstpersönlich zubereitet und dann, wenn der leckere Duft vollends die Herrschaft über die Begegnungsstätte übernommen hat, genüsslich vernascht. (Anke Beißer)