196 Tage ist es her, dass die Schildkröten in ihr Wintergehege gezogen sind. Am 02. Mai (Samstag) – und damit so spät wie noch nie – konnten die Grünheider Wappentiere endlich zurück in ihren Teich am Löcknitzcampus. Lothar Zywitza, Mitglied der Interessengemeinschaft Freundeskreis Wappentier Grünheide, musste den Termin zuvor aufgrund der andauernden Kälte auf den Tag verschieben. Und so frostig, wie es vorher noch war, so schnell stieg die Temperatur, sodass zum Einsetzen der Panzertiere die 30 Grad Marke in der Sonne bereits fast geknackt wurde.
Besucherrekord beim Einsetzen
Neben reichlich Sonnenschein gab es noch viel mehr zu erleben: Hautnah konnten die Besucher beobachten, wie die Schildkröten zielstrebig in Richtung Wasser liefen und ihr Reich, samt Lieblingsplatz auf der Sonneninsel in der Teichmitte, eroberten. Zwar waren zwei der 20 Panzertiere noch zögerlich am Wasserrand, aber auch sie würden ihren Weg finden, war sich Zywitza sicher.

Besonders erfreulich: Gut 60 Gäste wurden gezählt und stellten somit einen Besucherrekord auf. Zwar stiegen in den letzten Jahren die Zuschauenzahlen, aber nur zur Eröffnung vor gut 20 Jahren wurden mit weit über 250 Menschen mehr Besucher gezählt. Das lässt auch Lothar Zywitza auf eine gute Zukunft für das Projekt hoffen. Er war es auch, der die Kinder nah an die Tiere ließ, ihnen den richtigen Umgang mit den Gehegebewohnern erklärte und sich über das rege Interesse von Groß und Klein sehr freute.

Eltern-Kind-Zentrum unterstützt
Nur ein paar Meter vom Schildkrötengehege entfernt, befindet sich das Eltern-Kind-Zentrum der Gemeinde Grünheide. Hier haben sich in den vergangenen Wochen die Mitarbeiterinnen mit wiederum ihren Besuchern auf das bevorstehende Event vorbereitet und die Schildkröte zum Thema der Nachmittage gemacht. Es wurde gebastelt, gebacken und informiert. „Viele Eltern sind regelmäßig bei uns im Familienzentrum oder auf dem Löcknitzcampus und wissen gar nicht, dass die Schildkröten hier im Gehege leben“, staunt Marlies Eyck, Mitarbeiterin des Eltern-Kind-Zentrums. Das hat sie dazu motiviert, Aufklärungsarbeit zu leisten und die engagierten Ehrenamtlichen vom Freundeskreis Wappentier zu unterstützen. So gab es am Samstag für ein gelöstes Rätsel selbstgemachte Schokoladenschildkröten als kleine Überraschung. Auch an Kuchen fehlte es an dem Tag nicht.

Selbst Urlauber ließen sich anlocken
Neben den Grünheidern kamen sogar Urlauber vom ortsansässigen Campingplatz am Schildkrötengehege vorbei. Sie hatten vom Einsetzen gelesen und extra ihren Aufenthalt in der Gemeinde um einen Tag verlängert, um dabei sein zu können.
Wer nun aber am Samstag nicht vor Ort war, kann – neben der Möglichkeit durch den Zaun zu schauen – sich die Gehege-Öffnungen vormerken. Diese werden ab dem 10. Mai jeden zweiten Sonntag im Monat, von 11 – 13 Uhr, angeboten. Und zwar solange, bis die Schildkröten im Oktober vom Sommer- wieder in ihr Winterquartier umziehen.

Und auch noch ein Versprechen eingelöst
Im November vorigen Jahres war die Klasse 4a zum Einsatz im Schildkrötengehege vor Ort. Damals gab es das Versprechen, dass beim Schildkröteneinsetzen die Klasse der benachbarten Gerhart-Hauptmann-Grundschule einen besonderen Moment bekommen würde. Dieses wurde nun eingelöst. Denn die letzte Sumpfschildkröte Anna-Sophie wurde im Beisein der Grundschulklasse 4a und ihrem Klassenlehrer Alexander Biedermann am Montag (4. Mai) eingesetzt. „Sie braucht immer etwas länger, um wach zu werden“, hatte Lothar Zywitza vorab ihren Spezialauftritt begründet. (Pauline Thiel/AB)
Am 28. April hatte GiB berichtet:
Schildkröten kehren zurück ins Gehege
Für die tierischen Liebhaber gibt es ebenfalls einen tollen Tipp: Am 02. Mai werden die Grünheider Schildkröten von der Interessengemeinschaft Wappentier wieder ins Gehege gebracht. Wer hier mit dabei sein möchte, sollte sich gegen 11 Uhr am Gehege auf am Löcknitzcampus einfinden. Mitte Oktober waren sie ins Winterquartier gezogen. Das „Abfischen“ war auf großes Interesse gestoßen. Und die Schaulustigen wurden nicht enttäuscht. Zwar war lagen an jenem 18. Oktober die Lufttemperaturen im mittleren einstelligen Bereich – und das Wasser in der Restpfütze von Teich kaum wärmer -, aber das vergleichsweise rasche Auffinden der Tiere ließt den Spaß überwiegen. Nach einer knappen Dreiviertelstunde waren alle Tiere gefunden – 13 Sumpfschildkröten und 3 Schmuckschildkröten. Aber damit nicht genug. Zu aller Überraschung gab es noch eine Draufgabe: nämlich fünf Babyschildkröten.

Allen Tieren geht es gut
Wie Lothar Zywitza von der Interessengruppe Freundeskreis Wappentier (IG) jetzt auf GiB-Nachfrage sagte, haben alle Tier den Winter gut überstanden und können im Sommerquartier einziehen. Bis auf eine Schmuckschildkröte. „Sie tut sich jedes Jahr schwer, braucht etwas länger, um wieder richtig wach und fidel zu werden“, sagt der Fangschleuser. Aber, auch sie soll ihren großen Auftritt bekommen. Wenn sie ordentlich frisst und mobil ist, will Zywitza Alexander Biedermann, Lehrer an der benachbarten Gerhart-Hauptmann-Grundschule, mit seiner Klasse ans Gehege einladen. Dann erfahren die Kinder allerlei Wissenswertes über das Panzertier und können sie beobachten, wenn sie das erste Mal wieder im Teich abtaucht. Die Babyschildkröten sind über den Winter übrigens nicht größer geworden. Auch hier wartet der Schildkröten-Kenner mit einer Begründung auf. „Sie fressen ja nix und wachsen deshalb auch nicht.“ Im großen Teich, wo es genug leckeres Futter gibt, wird sich das ändern. Hier können sie dann kräftig zulegen. Wer mehr über die Tiere erfahren will, ist in diesem Jahr auch wieder zu den Sonntags-Öffnungszeiten (siehe Homepage) aufs Gehege eingeladen und am 21. Juni zum 1. Krötentrödel. (AB)


