Am 28. März 2026 feiert Radio Ginseng seinen fünften Geburtstag. Die Idee, in Grünheide ein freies, lokales Internetradio für die Generation 60plus zu etablieren, ist tatsächlich aufgegangen. 2019 hatte Ulrich Burow, ausgebildeter Rundfunktechniker, studierter Journalist und promovierter Theaterwissenschaftler, mit dem Aufbau des Angebotes begonnen. Inspirieren ließ er sich von „Angels Radio“, einem Vorbild aus Südengland, das dem Motto „Musik und Erinnerungen“ folgt. Burow glaubte an die Vision und setzte seinen Traum Stück für Stück in die Wirklichkeit um. Das funktionierte natürlich nur, weil sich viele Menschen von seinem Fieber anstecken ließen, sich als Fachleute und Nicht-Fachleute zutrauten, ein solches Projekt mit Leben zu füllen. Weil sie ehrenamtlich unzählige Stunden in ihr „Radio Ginseng“ steckten: einen übers Internet weltweit zu empfangenden Sender, dessen Name Programm ist. Denn, wie es im Info-Flyer heißt, „Ginseng soll die körperliche und geistige Konzentration fördern. Es stärkt das Wohlbefinden. Also genau wie unser Radio!“

Über die fünf Jahre ist der Trägerverein auf stolze rund 60 Mitglieder angewachsen. Es gibt Mitstreiter, die sich um die technischen Dinge kümmern, es gibt Reporter, Moderatoren, Programmplaner, Musikredakteure. Manche sind mehr und manche weniger präsent. „Jeder macht, was er kann und wie viel er kann“, sagt Matthias Loke, der seit der ersten Sendung, die am 28. März 2021 in die Welt hinaus geschickt wurde, dabei ist. „Wir haben damals sehr bescheiden angefangen. Es ist schon beeindruckend, was daraus geworden ist“, ist dem Möllenseer der Stolz anzumerken. Er gehört zu jenen, die zumindest „ein wenig“ vom Fach sind. Der 68-Jährige ist Journalist, hatte aber beruflich nie etwas mit Rundfunk zu tun. Eine Handvoll Mitstreiter bringt wie er auf dem einen oder anderen Gebiet Erfahrung mit. Für andere, wie etwa Doris Buhss, ist das Hobby komplettes Neuland. Sie war Lehrerin und hatte vor ihrem Engagement für Ginseng noch nie einen Radiobeitrag produziert.
„Der Spaß ist groß.“
„Was da alles dazu gehört und wie viel Zeit das in Anspruch nimmt“, staunt sie noch immer. Vor einem Jahr ist sie dazu gestoßen, hat zum Beispiel schon über das Schildkröten-Gehege und die Honigkirche in Neu Hartmannsdorf berichtet. Ein Thema, eine Idee sei schnell gefunden, weiß die 65-Jährige. Aber dann werde recherchiert, nach Gesprächspartnern gesucht, mit ihnen Vorgespräche und das Interview selbst geführt. Und danach müsse das ganze Material noch gesichtet, bearbeitet, geschnitten und der Beitrag so fertiggestellt werden. Es sei für Außenstehende kaum vorstellbar, wie viel Arbeit allein in einem Fünf-Minuten-Beitrag steckt. „Aber, der Spaß ist groß und der ganze Prozess wahrlich eine Begeisterung“, ist die Grünheiderin froh, ein solches Hobby gefunden zu haben.
Mit Gleichgesinnten zusammenzutreffen
Und dann ist da ja noch der Nebeneffekt, mit Gleichgesinnten zusammenzutreffen, sich zu helfen, fachlich voranzubringen und auch einfach nur die Gemeinschaft zu genießen, Anschluss an interessante Menschen gefunden zu haben. Sicher geht es Radio Ginseng in erster Linie darum, sieben Tage die Woche 24 Stunden nahtlos ein Programm anzubieten. „Aber einmal im Monat treffen wir uns einfach so, zu Kaffee und Kuchen“, erzählen Doris Buhss und Matthias Loke. Darum kümmern sich Jürgen Kiesecker und Birgit Mühl. Diese sind die guten Seelen hinter dem „Klön-Nachmittag“.
Sende-Geburtstag am 28. März
Nun also steht der Sende-Geburtstag an. In der Woche vor dem 28. März widmet sich jeweils ein Tag einem zurückliegenden Jahre und skizziert so nach, wie Radio Ginseng das Laufen lernte und wie erwachsen es mittlerweile ist. Am Montag, den 23., wird an 2021 erinnert, am Dienstag an 2022 – und am Freitag eben an das vergangene Jahr 2025. Am Samstag wird dann ab morgens live gesendet mit wechselnden Moderatoren und wechselnden Themen. „Das wird spannend, denn eigentlich haben wir eine Struktur, die vor allem aus Vorproduktionen besteht“, sagt Loke. Das wöchentlich wechselnde Programm besteht sonst aus einem Morgen-, Mittags- und Abendmagazin, aus Interviews, Themensendungen – unter anderem zu Gesundheit, Raumfahrt, Verkehr – und sogar Frühsport sowie jeder Menge Musik. Davon wird für das Jubiläum mal abgewichen. Die Zuhörer haben an dem Tag Gelegenheit, den Radio-Machern über die Schulter zu schauen, denn um 14 Uhr wird das Studio im Souterrain des Robert-Havemann-Klubhauses (An der Alten Schule 2) in Grünheide für Interessierte geöffnet. Gern wird dann auch Wunschmusik gespielt. Und vielleicht ist ja auch der eine oder andere darunter, der sich auch mal in dem Radio-Metier ausprobieren will. Neue Mitstreiter sind immer gern gesehen. (Anke Beißer)
Hier lässt sich Radio Ginseng empfangen: www.radioginseng.de und Fr/Sa über DAB + Kanal 12d
sowie über die eigene kostenlose App


